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© Martin Schuchert / Stadt Nürnberg
Bildrechte: Martin Schuchert / Stadt Nürnberg

Eine Animation der umgestalteten Mittelspange des Tiergartens zeigt, wie das Projekt am Ende aussehen könnte.

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    Klimawandel im Blick: Nürnberger Tiergarten baut um

    "Reichswald von morgen und Tiere von gestern" lautet der Name eines neuen Umbauprojekts im Nürnberger Tiergarten. Ein Szenario soll zeigen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die "neue Natur" künftig haben könnte.

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    Von
    • Birgitt Rosshirt

    Der Tiergarten Nürnberg baut derzeit die Gehege in der sogenannten Mittelspange um. Das sind die Gehege, die sich im Zentrum des Tiergartens befinden. In diesem Zug werden auch die Bepflanzung geändert und der Tierbestand diskutiert.

    Keine Rentiere mehr: Exotische Bewohner gesucht

    In einem ersten Schritt werden die vorhandenen Gehege der Rentiere, Wapitihirsche und Wisente zusammengefasst. Rentiere und Wapitihirsche soll es hier aber künftig nicht mehr geben. Der Tiergarten will in diesem Bereich seltene asiatische Tiere halten. Welche Tiere das genau sein werden, ist derzeit noch nicht abschließend entschieden. Auf jeden Fall setzt der Tiergarten aber weiter auf die Schabrackentapire und Hirscheber. Für diese Tiere koordiniert der Tiergarten Nürnberg das Erhaltungszuchtprogramm der Europäischen Zoos.

    Auch die Prinz-Alfred-Hirsche sollen bleiben. Zu ihnen wird noch eine seltene Rinderart kommen und mindestens eine Antilopen- beziehungsweise Gazellenart.

    Tiergarten Nürnberg: Innovative Gehege-Gestaltung

    Die insgesamt sechs Tieranlagen werden zusammengelegt. In der Mitteilung der Stadt wird das Konzept als "tiergärtnerische Innovation" beschrieben. Tatsächlich ermöglicht das Konzept mehr Gestaltungsspielraum. So kann der Tiergarten künftig verschiedene Tiere vergesellschaften. Aber auch Einzelhaltung einer Art ist möglich. Die Gestaltung des Geländes wird sich dabei grundlegend ändern. Es ist eine völlig neue Bepflanzung geplant.

    Im neuen Gehege werden unter anderem Paulownia (Blauglockenbaum), Gingko, Hamamelis (Zaubernuss), Azalee, Rhododendron, Bambus, Parrotia (Eisenholzbaum) und asiatische Ahornarten gesetzt. Diese Pflanzen sollen zu unterschiedlichen Jahreszeiten mit verschiedenen Farben für Aufsehen sorgen.

    Aus für fränkischen Wald: Nürnberger Zukunftsszenario

    Durch die Klimaerwärmung wird sich der fränkische Wald in den nächsten Jahren stark in seinem Aussehen verändern. Tiergartendirektor Dag Encke weist darauf hin, dass der Wald, wie wir ihn kennen, in wenigen Jahren so nicht mehr bestehen wird.

    Zwar sei die geplante Bepflanzung im Tiergarten sehr plakativ und auf optische Reize angelegt. Im Grunde aber könnte sich die heute noch exotisch anmutende asiatische Vegetation durchsetzen. "So könnte zukünftig durchaus die Vegetation in Mitteleuropa aussehen, wenn sich sowohl die Pilzdurchseuchung der Böden wie auch die Erwärmung fortsetzen und die heimischen Pflanzen keine Resistenzen gegen asiatische Schädlinge und wärmere Temperaturen entwickeln."

    Im Mittelteil des Nürnberger Tiergartens wird also die Vegetation der Zukunft gepflanzt. Und in diesem Bereich leben dann Tiere, die in freier Natur fast ausgestorben sind – getreu dem Arbeitsmotto: "Reichswald von morgen und Tiere von gestern".

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