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Bildrechte: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand

Hitzewelle in Nordamerika und Klimawandel: Wie hängt das zusammen? Welche Auswirkungen kommen auf Bayern zu? Fragen dazu beantwortet Geo-Wissenschaftler Prof. Matthias Garschagen von der LMU in München im Rundschau-Interview.

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Klimawandel-Forscher: Extremes Wetter wird in Bayern häufiger

Der Geowissenschaftler Matthias Garschagen von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität warnt in der BR24 Rundschau vor einer Zunahme von extremen Wetterphänomenen auch in Bayern. Besonders der Starkregen birgt Gefahren.

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  • BR24 Redaktion

Der Geowissenschaftler Matthias Garschagen sagte in der BR24 Rundschau mit Blick auf die derzeitige Hitzewelle in den USA und Kanada, dass auch in Deutschland Hitzewellen zunehmen würden, genauso wie Dürreperioden, Starkregen und Hagel. Dies gelte sowohl für die Intensität, als auch für die Dauer und die Häufigkeit.

Verantwortlich für die Wetterextreme sei eindeutig der menschengemachte Klimawandel, bestätigte Garschagen. Das habe auch eine jetzt veröffentlichte Studie internationaler Wissenschaftler belegt. Die Studie zeige sehr deutlich, dass die Extreme in Nordamerika ohne den Klimawandel nicht möglich gewesen wären.

Extremes Wetter belastet Infrastruktur

Laut dem LMU-Wissenschaftler bedeuteten die zunehmenden Wetterextreme für Bayern, dass man sich nach den einzelnen Phänomen nicht mehr erholen könne, da die Extreme und auch Schäden häufiger aufträten, etwa Überschwemmungen nach Starkregen. Darüber hinaus rechnet der Experte damit, dass die Wetterphänomene extremer würden. Dafür sei etwa die Infrastruktur nicht ausgelegt, so Garschagen.

In Bayern bestehe aufgrund der Staulagen ein besonderes Starkregen-Risiko. Daraus könnten auch verstärkt Sturzfluten folgen. Der Forscher für Wetterextreme rechnet bis Mitte des Jahrhunderts mit einer deutlichen Zunahme von Starkregen. Garschagen machte deutlich, dass der Entwicklung entgegengewirkt werden müsse:

"Wenn wir nicht gegensteuern, dann werden die Risiken dermaßen weggaloppieren, dass wir überhaupt keine Chance mehr haben werden gegen Ende des Jahrhunderts und danach, uns daran anzupassen." Matthias Garschagen, Geowissenschaftler

Aktivisten fordern tragfähigen Plan gegen den Klimawandel

Mehr Auseinandersetzung mit dem Klimawandel fordern nicht nur Wissenschaftler. Die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer hat die Unionsparteien und die SPD erneut scharf für ihre Konzepte im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. "Die Regierungsparteien haben weiterhin keinen tragfähigen Plan, wie unser Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise aussehen kann", sagte Neubauer der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Im Bundestagswahlkampf würden die Parteien offensichtlich die Interessen der jungen Menschen vernachlässigen.

Mit mangelnder Ambition beim Klimaschutz setze die Politik also die Zukunft dieser Generation aufs Spiel. Dann könne sie sich ihre "scheinheiligen Versprechen von Generationengerechtigkeit zum Frühstück braten".

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