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Klimawandel: Deutlich weniger Strom aus Wasserkraft | BR24

© Jens Neubert/ Sodapix AG

Ein gut gefüllter Stausee in Bayern - Der Klimawandel könnte die Energiegewinnung aus Wasserkraft jedoch erschweren.

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Klimawandel: Deutlich weniger Strom aus Wasserkraft

Auch wenn es zuletzt wieder geregnet hat: Weite Teile diesen Jahres – und des vergangenen - waren von Trockenheit geprägt. Der Klimawandel hat so auch Auswirkungen auf die Stromproduktion aus Wasserkraft.

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Wenn es weniger regnet, fließt weniger Wasser die bayerischen Flüsse hinunter – und durch die Turbinen der Wasserkraftwerke. Die Betreiber gehen davon aus, dass ihr Ertrag künftig zurückgeht. "Der Klimawandel wird sich auch bei der Wasserkraft bemerkbar machen", meint Frank Pöhler, Geschäftsführer von LEW Wasserkraft. "Prognosen gehen davon aus, dass bis 2050 zehn Prozent weniger Wasser für die energetische Nutzung zur Verfügung steht.“

Das Jahr 2018 war wegen der monatelangen Dürre desaströs für die bayerischen Wasserkraft-Erzeuger, unterm Strich zehn Prozent weniger Ertrag als im Jahr zuvor. Dieses Jahr liegt die Ausbeute noch ungefähr im langjährigen Durchschnitt.

Eine weitere Folge des Klimawandels, die den großen Wasserkraftwerksbetreibern zu schaffen macht: die zunehmenden Extremwetterlagen mit Starkregen, die sie dazu zwingen, die Dämme zu erhöhen.

Anteil von Strom aus Wasserkraft wird nur rechnerisch steigen

Derzeit trägt die Wasserkraft rund 14 Prozent zur bayerischen Stromerzeugung bei. Gemäß dem Bayerischen Energieprogramm vom Oktober 2015 soll dieser Anteil bis zum Jahr 2025 auf 23 bis 25 Prozent steigen. Dieses Ziel wird allerdings allein schon durch einen statistischen Effekt erreicht.

Bayern wird durch das Ende der Atomkraft bis 2022 insgesamt viel weniger Strom produzieren. Der prozentuale Anteil der Wasserkraft an der verbleibenden bayerischen Erzeugung steigt dadurch automatisch. Was die tatsächliche Stromausbeute angeht, ändert sich also wenig. Langfristig gesehen ist die Wasserkraftausbeute in Bayern seit den 1990er-Jahren ungefähr konstant geblieben. Der Anteil hat sich aber erhöht, weil bereits Atomkraftwerke vom Netz genommen wurden.

Ausbau von Wasserkraft? Eher nicht…

Die Ausbaumöglichkeiten sind begrenzt, weil die großen Flüsse im Land schon fast vollständig mit Staudämmen verbaut sind. Zehn Prozent mehr Stromausbeute wären drin, hatte es Anfang des Jahrzehnts von Seiten der Wasserkraftbetreiber geheißen, aber realisiert wurde davon nur wenig.

"Technisch und wirtschaftlich sinnvolle Ausbaupotentiale bei der Wasserkraft sind noch an wenigen Stellen vorhanden", sagt Theodoros Reumschüssel von Uniper Wasserkraft. "Deren Realisierung stößt aber vor Ort regelmäßig auf massiven Wiederstand. Selbst Maßnahmen wie Stauzielerhöhungen, die ohne neue Bauwerke auskommen, werden sehr kritisch gesehen und bekämpft.“

Die großen Wasserkraftwerkbetreiber optimieren seit einigen Jahren ihre Kraftwerke und deren Steuerung, um den Wirkungsgrad noch etwas zu verbessern. Andererseits werden Fischtreppen gebaut, um den Tieren das Wandern in den Flüssen zu erleichtern. Weil so aber Wasser an den Turbinen vorbeifließt, senkt das die Energieausbeute wieder. Unter dem Strich gleichen sich die Effekte häufig aus, so dass die Stromproduktion der Wasserkraftwerke konstant bleibt.

© dpa

Wasserkraft in Bayern