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Die Michaelskirche in Bamberg ist zur Dauerbaustelle geworden. Auch der Klimawandel mit seinen Folgen fügt der Sehenswürdigkeit Schaden zu. Die Kirche ist kein Einzelfall in Deutschland.

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Klimawandel: Denkmäler und Kulturgüter kommen ins Schwitzen

Der Klimawandel hat massive Auswirkungen auf die Natur, aber auch auf unsere Kulturgüter. Inzwischen beschäftigten sich Wissenschaftler an der Universität in Bamberg mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Bauwerke und Kunstgegenstände.

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Von
  • Carlo Schindhelm

Paul Bellendorf, Professor für Restaurierungswissenschaften in der Baudenkmalpflege, simuliert den Klimawandel in seinem Labor. In einem Klimaschrank wird ein Ölgemälde wechselnder Trockenheit und Feuchte ausgesetzt. Ein 3D-Scanner misst die Veränderungen am Testobjekt. So wollen die Wissenschaftler am Lehrstuhl für Restaurierungswissenschaft an der Uni Bamberg Strategie entwickeln, wie sich Kulturgüter vor dem Klimawandel schützen lassen.

Einzigartige Ledertapeten sichern

Bei der Studie befragt Paul Bellendorf bundesweit Denkmaleinrichtungen nach Klimaschäden und untersucht vor Ort Kulturgüter. Der Bamberger Wissenschaftler zeigt Proben eines prachtvollen Wandbehangs vom Schloss Moritzburg in Sachsen. Die einzigartige Ledertapete leidet unter der zunehmenden Hitze und Trockenheit der vergangenen Jahre. Das Leder zieht sich zusammen und es können Risse entstehen. War bisher eine zu hohe Luftfeuchtigkeit das Problem, wird jetzt auch in Innenräumen von Schlössern immer öfter eine zu trockene Luft gemessen.

"In Moritzburg haben wir da noch einen einzigartigen Bestand an diesen Originaltapeten der überkommen ist und daher ist es notwendig, Konzepte zu haben, um die Tapeten auch für die Nachwelt zu erhalten." Paul Bellendorf, Professor für Restaurierungswissenschaften in der Baudenkmalpflege

Auch historische Gebäude sind betroffen

Die Palette der Schäden ist breit. Es geht nicht nur um Gemälde oder Skulpturen, auch alte Baumbestände in Parkanlagen und historische Gebäude sind von der zunehmenden Trockenheit betroffen. In Bamberg etwa musste vor ein paar Jahren die Klosterkirche St. Michael wegen Einsturzgefahr schließen. Aus dem Deckengewölbe fielen Putzbrocken herab. Die Trockenheit der vergangenen Jahre sei der Hauptgrund dafür, sagt Bertram Felix von der Stadt Bamberg. Die geringen Niederschläge ließen die Ton- und Lehmschichten im Untergrund schrumpfen. Die Grundmauern sackten ab und das Gebäude wurde instabil. Allein die Kosten für die statische Sanierung der Klosterkirche belaufen sich auf sieben Millionen Euro, zum größten Teil bezahlt mit Steuergeldern.

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Wissenschaftlicher untersuchen die Auswirkungen des Klimawandels auf Kulturgüter.

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