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Hinter bissfesten Schutzzäunen hat sich im Wildpark Hundshaupten (Lkr. Forchheim) ein neues Forschungsprojekt angesiedelt. In mehreren Klimastationen wird dort untersucht, wie sich der Klimawandel auf die Kulturlandschaft vor Ort auswirkt.

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Neue Klimastation im Wildpark Hundshaupten hilft Obstbauern

Sie sehen aus wie ein Kamerastativ und messen im Wildpark Hundshaupten sämtliche Witterungswerte. Neben den Gehegen von Stachelschweinen und Steinböcken sollen die neuen Klimastationen den Obstbauern in der Fränkischen Schweiz wichtige Daten liefern.

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Von
  • Frank Strerath
  • Carlo Schindhelm
  • BR24 Redaktion

Die Thüringer Waldesel im Wildpark Hundshaupten (Lkr. Forchheim) haben neue Nachbarn bekommen. Neben ihrem Gehege stehen neuerdings zwei Klimastation: Viele Messgeräte und eine Menge Technik wurden hinter bissfesten Schutzzäunen aufgebaut.

Klimadaten-Messung im Wildpark Hundshaupten

Eigentlich können solche Stationen die Daten online verschicken. Im Wildpark Hundshaupten geht das aber nicht, dafür fehlt das Handynetz. Deswegen muss Harald Zandler von der Universität Bayreuth regelmäßig die Daten mit dem Laptop auslesen. Die Station ist eine Kooperation der Uni Bayreuth mit der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg und dem Landkreis Forchheim. Es soll untersucht werden, wie sich der Klimawandel auf die Kulturlandschaft vor Ort auswirkt. Im Tierpark messen die Stationen die Klimadaten auf verschiedenen Höhenlagen.

Neben den Klimadaten untersuchen die Wissenschaftler auch das Wachstum der Bäume: Stehen sie durch Hitze unter Stress, verlieren sie viel Flüssigkeit. Und das nicht nur im Wildpark Hundshaupten, sondern auch in den Obstplantagen im benachbarten Tal.

Frühwarnsystem für Obstbauern in der Fränkischen Schweiz

Für die Region würde der Flüssigkeitsverlust der Pflanzen Probleme mit sich bringen, gehören doch die Kirschbäume zu den großen Standbeinen der Landwirtschaft in der Fränkischen Schweiz. Schon im Vorfeld dieser Studie haben die Forscherinnen und Forscher festgestellt, dass sich die Hitzetage in der Region seit 1970 verdoppelt haben und dass etwa die Apfelblüte mittlerweile zehn Tage früher einsetzt. Die Klimastation im Wildgehege soll letztlich den Kirschbauern in der Fränkischen Schweiz bei ihrer Arbeit helfen.

Mit Hilfe der im Wildpark erhobenen Klimadaten können die Obstbauern künftig entscheiden, welche Anpassungen vor Ort nötig sind, um sich an den Klimawandel anzupassen. Daraus resultieren auch konkrete Handlungsempfehlungen an die Landwirte. Ein Rat könnte zum Beispiel sein, zu einem bestimmten Zeitpunkt auf das Schneiden der Obstbäume zu verzichten, damit die Frucht im Sommer besser vor Sonne geschützt ist.

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Zwei Klimastationen im Wildpark Hundshaupten sollen die Obstbauern auf mögliche Klima-Veränderungen hinweisen.

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