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Klimaschutz zuhause: Energiecheck bei einer Allgäuer Familie | BR24

© BR/Viktoria Wagensommer

Der 12-jährige Kjell Diederich ist bei Fridays for Future aktiv – er ist für mehr Klimaschutz. Deshalb hört er genau zu, was der Energieberater der Verbraucherzentrale seiner Familie rät. Aber der Berater hat auch eine schlechte Nachricht für Kjell.

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Klimaschutz zuhause: Energiecheck bei einer Allgäuer Familie

Der 12-jährige Kjell Diederich ist bei Fridays for Future aktiv – er ist für mehr Klimaschutz. Deshalb hört er genau zu, was der Energieberater der Verbraucherzentrale seiner Familie rät. Aber der Berater hat auch eine schlechte Nachricht für Kjell.

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Energieberater Stefan Schleszies vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) geht durch die Wohnküche der Familie Diederich. Zu allererst lauscht er – auf den Kühlschrank. Und der "läuft ziemlich viel", wie er sagt. Das liegt, laut Familienvater Björn Diederich, daran, dass sich die Kinder Eiswürfel aus dem Kühlschrank geholt haben. Und jetzt produziert der Kühlschrank neue Eiswürfel. Bei Bruthitze eine willkommene Erfrischung, braucht aber Energie.

Warum Ordnung im Kühlschrank Energie spart

Als nächstes schaut der Energieberater hinein in den Kühlschrank. Er empfiehlt eine genaue Ordnung, denn "ein wildes Durcheinander ist in aller Regel energieverbrauchend und schwieriger". Der Grund: Während man sucht und die Tür offen steht entweicht viel Kälte.

Energiefresser Computerspiele

Als nächstes fragt der Energieberater den 12-jährigen Kjell, ob er für ihn mal seine Spielkonsole anmachen könnte, was der ausgesprochen gerne tut. Der Bildschirm leuchtet, die Konsole rechnet und Fußballspieler jagen in dem Spiel einem Ball nach. Um die 70 Watt verbraucht das, sagt Stefan Schleszies, das heißt, wenn Kjell zehn Stunden an seiner Spielkonsole spielt, verbraucht er ungefähr so viel Energie, wie wenn er eine Tiefkühlpizza aufwärmen würde.

Fast jeder kann etwas für den Klimaschutz tun

Und wenn Kjell online spielt, dann ist der Energieaufwand noch höher, da dann auch in den Rechenzentren Strom verbraucht wird, sagt Schleszies. Kjell guckt etwas bedröppelt. Er ist bei Fridays for Future aktiv und will das Klima eigentlich schützen. Eine Energieberatung in Anspruch zu nehmen kann ein guter erster Schritt sein, sagt Stefan Schleszies. Denn wenn das Interesse am Energiesparen groß ist, dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Politik mehr unternimmt.

Energieberatungen gibt es in Bayern kostenlos

Die Beratungen sind jetzt schon kostenlos in ganz Bayern, die Verbraucherzentralen vermitteln die Energieberater. Stefan Schleszies hat schon viele Energiefresser aufspüren können:

„Die Hauptverdächtigen sind die alten Kühlschränke im Keller, sind Trockner, die doch deutlich mehr in Betrieb sind als man sich das vorgaukelt, viele so schleichende Dauerverbraucher, ältere Geräte im Standby.“ Energieberater Stefan Schleszies

Familie Diederich hat nach etwa zwei Stunden Beratung viel dazugelernt. Melanie Mohr-Diederich hofft, dass ihr Sohn Kjell es sich jetzt zweimal überlegt, ob er die Spielkonsole anschaltet: „Also das mit der Pizza wird er nicht vergessen.“