Malerische Karpfenweiher vor dem Uehlfelder Ortsteil Gottesgab.
Bildrechte: picture alliance / imageBROKER | David Davies

Der Uehlfelder Ortsteil Gottesgab ist nahezu in jedem fränkischen Bildband zu sehen. Der dort geplante Solarpark ist nun gescheitert.

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Klimaschutz vs. Naturschutz – Solarpark in Gottesgab gescheitert

Der Uehlfelder Ortsteil Gottesgab ist bekannt für seine Natur und die Teichlandschaft – beliebt bei Einheimischen und Touristen. Doch mitten im Kleinod sollte ein Solarpark entstehen. Dagegen formierte sich Widerstand – und hatte Erfolg.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Ein fast sechs Hektar großer Solarpark mitten im Naturidyll, das war der Plan. Doch dieser Plan ist am Donnerstabend gescheitert. Damit bleibt die berühmte Naturlandschaft, die in sämtlichen Fränkischen Bildbänden zu finden ist, so erhalten, wie sie ist, bestätigt Uehlfelds Bürgermeister Detlef Genz (parteilos). In der jüngsten Marktgemeinderatssitzung habe sich die Mehrheit den Belangen der Bürgerinitiative angeschlossen, die sich gegründet hatte, um den Solarpark zu verhindern. Sämtliche Planungen des Initiators seien damit beendet, so Genz.

  • Zum Artikel Photovoltaik: Braucht Bayern dafür einen Plan?

Gemeinderat erst für Solarpark

Doch von Anfang an: Bekannt waren die Pläne schon 2021. Zunächst war die Mehrheit im Marktgemeinderat für den Solarpark. Im Februar dieses Jahres leitete er die Öffentlichkeitsbeteiligung ein. Die Bürgerinitiative, bestehend aus zwei Uehlfelderinnen und einem Uehlfelder, die in Gottesgab bzw. dem angrenzenden Ortsteil wohnen, wollten das Kleinod mit seinem Biotop und der bei Einheimischen und Touristen beliebten Landschaft unbedingt erhalten. Also begann sie damit Unterschriften zu sammeln, um ein Bürgerbegehren möglich zu machen.

"Wir haben die Unterschriftenaktion gecuttet, wir hätten noch mehr bekommen." Carina Scherer, Bürgerinitative gegen einen Solarpark in Gottesgab

Schon bald haben Carina Scherer, Gila Schärig und Manuel Amon von der Bürgerinitative mehr als doppelt so viele Unterschriften gesammelt wie für ein Bürgerbegehren nötig. Anfang März überreichen sie die Listen Bürgermeister Detlef Genz. Der Marktgemeinderat beschäftigt sich also wieder mit dem geplanten Solarpark und entscheidet im Sinne der Bürgerinitiative. Die Mitglieder sind erleichtert, es gibt sogar Applaus während der Sitzung. Wir hätten aber auch den Bürgerentscheid durchgezogen, sagen die drei Initiatoren dem BR.

Nicht gegen Solaranlagen an sich

Die Bürgerinitiative sei nicht gegen den Ausbau der erneuerbaren Energien, sagen sie. Allerdings könne es nicht sein, dass Photovoltaik eher in einer Naturlandschaft errichtet werde, als auf Häuserdächern im Ort. Dazu komme noch, dass der Solarpark die Tiere schädigen könne, die unterhalb der Paneele in der Wiese leben. Das sei immerhin ein Biotop.

Solaranlagen um jeden Preis?

In die Planung für den Solarpark sind bereits einige Gelder geflossen. An den Kosten beteiligten sich auch Menschen im Ort Uehlfeld. Klar, das Projekt hätte viel Geld gebracht – dem Besitzer und den Investoren natürlich, aber auch der Gemeinde selbst durch die Gewerbesteuer. Der Flächennutzungsplan wurde für den Solarpark in Gottesgab extra geändert. War damit die Naturlandschaft gegenüber dem dringenden Ausbau erneuerbarer Energien oder gegenüber dem Profit zweitrangig? Da die Photovoltaikanlage Gottesgab nun vom Tisch ist, ist diese Frage hinfällig. Doch eine Sache bleibt nach der Diskussion: Die Bürgerinitiative will einen Verein gründen, der das Kleinod Gottesgab mit der Teichlandschaft gezielt schützt.

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