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Klimaschutz: Mehr Bäume im Bayerischen Wald? | BR24

© Bayerischer Rundfunk 2019

Bayerischer Wald

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Klimaschutz: Mehr Bäume im Bayerischen Wald?

Mehr Bäume pflanzen und mehr Flächen in Wald umwandeln, um etwas gegen den Klimawandel zu tun - das fordert Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Aber wo könnte man aufforsten? Nicht im Bayerischen Wald, heißt es von dort.

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Angesichts massiver Waldschäden durch Brände, Dürre, Stürme und Schädlinge fordert Agrarministerin Julia Klöckner ein großes Programm zur Wiederaufforstung in Deutschland. "Einen vergleichbaren Waldverlust hat es in der Vergangenheit kaum gegeben", sagte die CDU-Politikerin.

Zwei Drittel des Bayerischen Waldes bestehen bereits aus Wald

Aber wie schaut es im Bayerischen Wald aus, was ist möglich? Der Bayerische Wald besteht aus bis zu zwei Dritteln Waldflächen. Hier noch mehr nachzupflanzen, wird schwierig, sagt Jürgen Völkl vom Forstbetrieb Bodenmais,der hier für über 17.000 Hektar Staatsforst zuständig ist:

"Aus Sicht der Fachleute ist es natürlich vor allen Dingen dort sinnvoll, wo aktuell wenig Wald ist. Da gibt es Ecken, wie zum Beispiel den Straubinger, den Plattlinger oder Osterhofener Gäuboden mit ein oder zwei oder zehn Prozent Waldanteil. Dort wäre es am ehesten sinnvoll." Jürgen Völkl

Forstwirte müssen sehr langfristig planen

Die betroffenen Landwirte aber müssten jahrzehntelang Ausgleichszahlungen bekommen, denn ein Wald wirft erst nach 30 Jahren erste Erträge ab, frühestens:

"Wenn ich einen schlagreifen Wald haben will, um ernsthaft zu ernten, dann brauche ich mindestens 60 bis 90 Jahre - bei Laubbäumen vielleicht auch 120 Jahre." Jürgen Völkl

Wichtig wäre auch, die richtigen Baumarten auszusuchen, sie möglichst zu mischen und auf Klimafestigkeit zu achten.

Nur zehn Prozent nachpflanzen im Bayerischen Wald

Im Bayerischen Wald wird seit einigen Jahren vermehrt Douglasie nachgepflanzt, die die trockenen Sommer besser aushält und nicht vom Borkenkäfer befallen wird. Insgesamt pflanzt man hier in den Borkenkäferlöchern aber nur zehn Prozent nach - der Rest kommt von alleine.