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Klimaschädlich: Hohe Methan-Werte auf dem Oktoberfest | BR24

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Wissenschaftler der TU München haben vor zwei Jahren eher zufällig gemessen: Während des Oktoberfests steigt die Methangaskonzentration in der Stadt. Jetzt wollen sie genau wissen, warum. Denn das Klimagas ist um ein Vielfaches schädlicher als CO2.

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Klimaschädlich: Hohe Methan-Werte auf dem Oktoberfest

Ochsen und Hendl auf dem Grill, an kühlen Abenden Heizstrahler: Das könnten Gründe sein, dass auf der Wiesn mehr Methan in der Luft ist als sonst. Forscher wollen das Klimagas nun an fünf Stellen im Raum München messen.

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Zur Wiesnzeit ist es auf dem Festgelände nicht nur wärmer als rundherum, es steigt auch die Konzentration des Klimagases Methan. Das haben Forscher der Technischen Universität München (TUM) herausgefunden - die erste Untersuchung für Methan-Emissionen bei einem Volksfest, so die Studienleiterin und TUM-Professorin für Umweltsensorik, Jia Chen.

Werte auf der Theresienwiese sechs mal so hoch wie sonst

Die Forscher hatten im vergangenen Jahr am Oktoberfest gemessen und dabei im Schnitt sechsfach erhöhte Werte gegenüber der Zeit vor und nach dem Volksfest entdeckt. Am Wochenende waren die Werte sogar achtfach erhöht.

Obwohl Wirte, Schausteller und Marktkaufleute längst auf Umweltschutz und Ökologie achten und dies auch bei ihrer Zulassung für das Volksfest eine erhebliche Rolle spielt, hat es viele überrascht, dass auch Methan ein Thema ist.

Messungen bis in 80 Kilometer Höhe

Die TUM-Forscher hoffen nun, den Ursachen weiter auf die Spur zu kommen und daraus Maßnahmen zu entwickeln, die Emissionen zu senken. Mit Beginn der Wiesn haben die neuen Messungen begonnen. So wollen die Forscher in den nächsten Jahren mit einem Netzwerk von fünf Stationen in und um München fortlaufend Kohlendioxid, Methan und Kohlenmonoxid erfassen.

Die Konzentration der Treibhausgase soll nicht nur punktuell am Boden, sondern mit optischen Methoden in der gesamten Luftsäule bis zu 80 Kilometer über dem Messpunkt am Boden erfasst werden.

Messungen sollen Klimawandel besser verstehen helfen

Zusammen mit Wetter- und Winddaten soll ein genaues Profil erstellt werden, wo die Quellen der Gase sind und wie sie sich über der Stadt verteilen.

"Es ist wichtig, die Auswirkungen der Klimaschutzmaßnahmen messtechnisch zu beurteilen, um den Klimawandel besser zu verstehen und das Klima sinnvoller zu schützen. Man muss das gesamte Bild verstehen." Jia Chen, TUM-Professorin

Methan beschleunigt Erderwärmung 34 mal mehr als CO2

Das Treibhausgas Methan beschleunigt die Erderwärmung über 100 Jahre gemittelt 34 mal stärker als Kohlendioxid. Seit 2007 nimmt der weltweite Methan-Ausstoß zu, ohne dass die Gründe ganz klar sind. Zu den wahrscheinlichsten Quellen für das Methan auf dem Oktoberfest gehören den TUM-Forschern zufolge nun wohl die Gasgrills und Heizstrahler. Hinzu komme Gasverluste aus den Leitungen.

Auch Abwasser aus der Gastronomie und aus den Toiletten waren zunächst im Verdacht. Doch hier sind die Forscher einen Schritt weiter. Das sei nicht der wahrscheinlichste Grund. Um die Quellen weiter zu prüfen, werden die Wissenschaftler während der Wiesn auch Luftproben in den Zelten entnehmen, um sie im Labor zu untersuchen.

Stromverbrauch der Wiesn entspricht dem Jahresverbrauch einer Stadt mit 21.000 Einwohnern

Dass die Wiesn mit rasanten Fahrgeschäften, Buden und Bierzelten nicht gerade eine Energiespar-Veranstaltung ist, zeigen die Verbrauchswerte, die alljährlich von der Stadt veröffentlicht werden. Im vergangenen Jahr wurden 200.937 Kubikmeter Erdgas verbraucht. Der Stromverbrauch lag bei 2,93 Millionen Kilowattstunden - der Jahresverbrauch einer Kleinstadt mit 21.000 Einwohnern.

Klimafreundliche Technik auf dem Oktoberfest

Dabei ist das Volksfest Vorreiter bei klimafreundlicher Technik und Ökologie. Vielfach fließt Ökostrom, LED-Lampen erleuchten die Zelte. Das Wasser vom Spülen der Bierkrüge wird danach zur Toilettenspülung verwendet. Die Stadt berücksichtigt bei der Zulassung der Bewerber auch Punkte wie die Verwendung biologisch abbaubaren Hydrauliköls, schadstoffarme Zugmaschinen und das Produktangebot aus Öko-Anbau.

Einige Zelte haben Solardächer - etwa das Schottenhamel-Zelt. Das gesamte warme Wasser werde so gewonnen, sagt Wirt Christian Schottenhamel. Gerade wurde das Weinzelt als klimaneutraler Betrieb ausgezeichnet. Alle nicht vermeidbaren CO2-Emissionen gleicht Wirt Stephan Kuffler über Klimaschutzprojekte aus.