BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Klimareport: Raum Bad Königshofen wird wohl "Trocken-Hotspot" | BR24

© picture alliance / Zoonar | Wolfgang Filser
Bildrechte: picture alliance / Zoonar | Wolfgang Filser

Symbolbild: trockener Boden

1
Per Mail sharen

    Klimareport: Raum Bad Königshofen wird wohl "Trocken-Hotspot"

    Bayerns Umweltminister hat den Klimareport vorgestellt. Dieser warnt vor mehr Hitzetagen im Freistaat. In Unterfranken zählt vermutlich der Raum Bad Königshofen zu den "Trocken-Hotspots". Hier gab es bereits Einschränkungen beim Rasensprengen.

    1
    Per Mail sharen
    Von
    • Norbert Steiche

    Laut dem am Mittwoch (24.02.21) von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber vorgestellten Klimareport, drohe dem Freistaat ein großer Klimawandel, wenn nicht konsequent gegengesteuert werde. Demnach könnte die Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2100 um 4,8 Grad steigen. Das sind 0,3 Grad mehr als bei den bisherigen Prognosen aus dem Jahr 2015. Der Klima-Report geht von mehr Hitzetagen mit mindestens 30 Grad und selteneren kühlen Nächten aus. Ebenso von längeren Trockenperioden und häufigerem Starkregen. Sollte das Pariser Klimaabkommen weltweit erfolgreich umgesetzt werden, erwarten die Experten im Mittel nur ein Plus von gut einem Grad bis zum Ende des Jahrhunderts.

    Unterfranken: Trockenheit im Raum Bad Königshofen

    Die Niederschläge im Herbst und Winter haben bislang nicht ausgereicht, um die Grundwasserspeicher in den tiefen Bereichen aufzufüllen. Das sagt der Leiter der für die unterfränkische Region "Main-Rhön" zuständigen Wasserwirtschaftsamts Bad Kissingen, Leonhard Rosentritt, auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks. Rosentritt geht davon aus, dass der Raum Bad Königshofen im Landkreis Rhön-Grabfeld in diesem Jahr wieder zu einem Trocken-Hotspot wird. Dort gab es 2020 zeitweise Einschränkungen beim Rasensprengen. Laut Rosentritt war das Winterhalbjahr bislang durchwachsen. Der November sei trocken, die Monate Januar und Februar seien dagegen erfreulich feucht gewesen. In den oberen Grundwasserschichten sei versickerter Niederschlag zum Teil angekommen. In den tieferen Grundwasserschichten dagegen nicht. Die bisherigen Niederschläge liegen laut Rosentritt "weit unter dem langjährigen Mittel. Es müsste noch weit mehr regnen". In der Vergangenheit habe die Regel bestanden, dass auf sieben trockene Jahre sieben nasse Jahren folgen, dies gelte seit 2003 nicht mehr, so Rosentritt.

    Grundwasserstände auf niedrigem Niveau

    Herbert Walter, der Leiter des für den Raum Würzburg und den bayerischen Untermain zuständigen Wasserwirtschaftsamts Aschaffenburg, schreibt auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks, dass die Grundwasserstände generell infolge der mehrjährigen Trockenphase auf einem niedrigen Niveau liegen. "Ein durchschnittlicher oder feuchter Winter alleine wird die Grundwasserspeicher nicht nachhaltig auffüllen," schreibt Walter wörtlich. Ob Wasserversorger in seinem Zuständigkeitsbereich herausfordernden Zeiten entgegensehen, hänge auch von der Struktur der jeweiligen Wasserversorgungen und der Hydrogeologie der genutzten Wasservorkommen ab. Basierte beispielsweise die Wasserversorgung auf ohnehin gering ergiebige Quellen, können eher Versorgungsengpässe auftreten. "Die Nutzung mehrerer unabhängiger Gewinnungen oder Verbünde von Wasserversorgern erhöhen die Versorgungssicherheit maßgeblich. Die Wasserversorger in unserem Amtsbezirk sehe ich gut aufgestellt. Ausgeprägte Trockenheits-Hotspots mit Wasserversorgungsproblemen sind daher nicht absehbar", so Walter.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!