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Klimapäckchen: Aktion von Extinction Rebellion in Nürnberg | BR24

© BR-Studio Franken/Simone Schülein

Die Umweltaktivisten von Extinction Rebellion Nürnberg wollen Klimapäckchen an die Bürgermeister und Stadträte übergeben.

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Klimapäckchen: Aktion von Extinction Rebellion in Nürnberg

Es waren Pakete aus Karton, beschrieben mit Forderungen für eine mutige städtische Klimapolitik: Umweltaktivisten von Extinction Rebellion wollten in Nürnberg Klimapäckchen an die Stadtoberen verteilen. Doch nur eine Stadträtin ließ sich blicken.

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Lokale Vertreter der europaweiten Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion haben am Sebalder Platz in Nürnberg eine Mahnwache abgehalten. Sie wollten dabei Klimapäckchen an die Stadtoberen verschenken. Zuvor hatten sie die Bürgermeister und Stadträte angeschrieben und aufgefordert, die Päckchen am Sebalder Platz entgegenzunehmen. Doch nur eine Stadträtin ließ sich blicken.

Klimapäckchen am Nikolaustag

Mit der Aktion am heutigen Nikolaustag wollte Extinction Rebellion für eine Umkehr in der lokalen Klimapolitik werben, so die Umweltaktivisten in einer Mitteilung. Es gehe darum, "mit guten Ideen für eine mutige Klimapolitik" einzustehen. Mit den Klimapäckchen forderte die Gruppe die Politiker Nürnbergs auf, selbst Initiative zu ergreifen und verantwortlich für die Zukunft zu handeln.

"Symbolisch sind die Päckchen innen leer, wie das Klimapaket der Bundesregierung. Das Klimapaket der Bundesregierung beinhaltet nichts als heiße Luft." Mitteilung von Extinction Rebellion Nürnberg

Appell an Lokalpolitiker

Auf den Klimapäckchen waren Ideen und Vorschläge einer kreativen Klimapolitik in der Stadt abgebildet. Es sei ein Appell an die Ausschüsse Verkehr, Soziales, Umwelt, Bau und Stadtplanung, konkret und zeitnah wirksame regionale Maßnahmen gegen das Artensterben, gegen die Klimakrise und gegen soziale Ungerechtigkeit einzubringen.

Nur Grünen-Stadträtin kam

Doch nur eine Stadträtin kam tatsächlich zu der Mahnwache, um ihr Klimapaket abzuholen. Britta Walthelm, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Nürnberger Stadtrat und Sprecherin Umwelt, Wirtschaft und Kultur. Mit ihrer Unterstützung durften die Umweltaktivisten schließlich auch noch ins Rathaus und einige Klimapakete bei den Fraktionen von SPD und CSU abgeben. Oberbürgermeister Ulrich Maly sowie die anderen Bürgermeister hatten sich jedoch nicht gezeigt.

"Wir sind dennoch sehr zufrieden mit der Aktion." Sabine Ratzel von Extinction Rebellion Nürnberg

Allein mit der Mahnwache habe man sehr viele Passanten erreichen und auf das Thema aufmerksam machen können, bilanzierte Sabine Ratzel von Extinction Rebellion Nürnberg die Aktion.

Wende in der Klimapolitik

Extinction Rebellion ist eine Umweltschutzbewegung, die ihren Ursprung in London hat. Die Anhänger geben an, durch zivilen Ungehorsam eine Wende in der Klimapolitik erreichen zu wollen. In der Vergangenheit haben sie immer wieder mit aufsehenerregenden und zum Teil umstrittenen Aktionen für Aufsehen gesorgt. Jüngst war der Gründer der Bewegung aus London, Roger Hallam, wegen antisemitischer Äußerungen in die Kritik geraten.

In Deutschland sind derzeit rund 70 aktive Ortsgruppen von Extinction Rebellion ausgewiesen.