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Klimafreundlicher Zugverkehr: Wasserstoffzug im Chemiedreieck | BR24

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Wasserstoffzug

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    Klimafreundlicher Zugverkehr: Wasserstoffzug im Chemiedreieck

    Zwischen Mühldorf und Passau bzw. Burghausen sollen künftig Wasserstoffzüge fahren. Schon 2024 könnten die ersten Züge dort unterwegs sein. Denn die Bahn hat die Strecke auch dafür ausgeschrieben.

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    Von
    • Tanja Gronde

    Sie sind ein Baustein für klimafreundlichen Zugverkehr: Züge, die Wasserstoff tanken. Gleichzeitig setzt das Bayerische Verkehrsministerium auf einen Mix im Bahnverkehr der Zukunft: Also auch auf den Akkuzug und elektrifizierte Strecken. Ziel ist es, die Dieselloks nach und nach zu ersetzen.

    Wasserstoffzug: Alles außer steil nach oben

    Einziges Manko: Der Wasserstoffzug braucht eine flache Strecke. Sobald er Steigungen überwinden muss, ist er nicht mehr sinnvoll. Deswegen eignen sich die beiden Strecken von Mühldorf nach Passau und nach Burghausen dafür. Ende 2024 sollen zwölf Triebwagen pendeln, und so einen umweltfreundlichen Nahverkehr ermöglichen. Gleichzeitig ist auch die Elektrifizierung der Strecke ausgeschrieben. Doch wo sie (noch) nicht durchgängig ist, gilt der Wasserstoffzug als Alternative.

    Und flach ist es auch in Niedersachsen im Raum Bremervörde, dort rollt ein Wasserstoffzug im Testbetrieb. Einer der beiden Triebwagen war vor zwei Jahren auch zwischen Coburg und Bayreuth für einen Tag im Einsatz, weiter Testfahrten im Allgäu und auch im Landkreis Mühldorf und Altötting sind für 2021 geplant.

    Keine weiten Wege: Tankstelle vor der Tür

    Gerade im Bayerischen Chemiedreieck wäre es einfach, Wasserstoff als Treibstoff herzustellen. Denn eine Anlieferung durch Lkw wäre ja auch nicht klimafreundlich. Die Chemie braucht Wasserstoff und der fällt bei manchen Prozessen als Nebenprodukt wieder ab. Bislang werde er recycelt, so ein Sprecher der Wacker Chemie AG. Dennoch ist die Idee, dass hier eben viel Treibstoff vor der Türe liegt.

    Zudem plant die Wacker Chemie AG in Burghausen ein Projekt, Grünen Wasserstoff herzustellen, also aus alternativen Energien. Die Wasserkraft der Region kann dabei eine Rolle spielen.

    Sorge: Kann ein Wasserstoffzug explodieren?

    Noch immer haftet dem Treibstoff Wasserstoff das Etikett "explosiv" an. Zwar kennen viele das Knallgeräusch aus der Knallgasprobe im Chemieunterricht, doch Wasserstoff brennt nur, wenn er mit Sauerstoff in Berührung kommt. Fachleute halten das bei Wasserstoffzellen für unwahrscheinlich, denn er ist viel leichter als Luft und verflüchtig sich schnell.

    Verkehrsministerin Kerstin Schreyer betonte aber gegenüber BR24, die Technik sei sicher. Zum einen hätten die Triebwagen ja eine Zulassung für den Öffentlichen Nahverkehr, zum anderen befänden sich die Wasserstofftechnik auf dem Dach verbaut, explosionssicher. Und sollte doch mal Wasserstoff austreten , würde er sofort und gefahrlos nach oben entweichen, so die Ministerin. Wasserstoff ist das leichteste Element, das es gibt.

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