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Klimafreundliche Landwirtschaft in Mooren | BR24

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Moore sind enorm wichtig für den Klimaschutz, appelliert Prof. Matthias Drösler, Moorexperte vom Institut für Ökologie und Landschaft an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

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Klimafreundliche Landwirtschaft in Mooren

Viele Moore in Bayern wurden in der Vergangenheit entwässert, um sie landwirtschaftlich zu nutzen. Die Folge: Aus diesen Böden entweichen enorme Mengen an Treibhausgasen. Dabei sind Moore enorm wichtig für den Klimaschutz.

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Viele Moore in Bayern wurden in der Vergangenheit entwässert, um sie landwirtschaftlich zu nutzen. Doch wird ein Moor entwässert, entweichen große Mengen an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO₂). Dieser Prozess zieht sich dramatischerweise über Jahrhunderte hin, eben solange noch Torf oder organischer Boden im Moor vorhanden ist.

Moore spielen beim Klimaschutz eine bedeutende Rolle

Bewirtschaftete Moore sind die größten Kohlenstoffquellen in der Landschaft. Am günstigsten für Klima, Biodiversität und Wasserrückhalt wäre deshalb eine vollständige Renaturierung. Das wird kein Bauer mitmachen, muss er doch von seinen Böden leben und sie deshalb bewirtschaften.

Das Institut für Ökologie und Landschaft an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf sucht deshalb mit seinem Projekt „MOORuse“ [sprich: mor-jus], einen Weg, wie der Kohlenstoff (C) im Boden konserviert und trotzdem darauf gewirtschaftet werden kann.

Paludi-Kultur

Das funktioniert zum Beispiel mit sogenannten Paludi-Kulturen, einer Nass-Bewirtschaftungs-Variante. Dafür wird der Wasserstand im Boden wieder auf ein naturnahes Niveau erhöht - ungefähr zehn Zentimeter unter der Oberfläche. Darauf werden Pflanzen angebaut, die unter diesen Bedingungen gut gedeihen – wie etwa Schilf, Rohrkolben, Rohrglanzgras und Großseggen. Diese vier Arten waren auch ursprünglich einmal beteiligt gewesen beim Aufbau von den Mooren.

Wirtschaftliche Verwertung

Paludi-Kulturen lassen sich später energetisch verwerten – vergleichbar den Holzhackschnitzeln. Es können daraus aber auch zum Beispiel Dämmplatten oder Ersatzstoffe für Torf hergestellt werden.

Mehr Informationen zu MOORuse

Mehr zum Projekt MOORuse finden Sie auf den Seiten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Institut für Ökologie und Landschaft, IÖL.