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"Klima-Camp" Augsburg: Aktivisten wollen vor Rathaus bleiben | BR24

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Seit Anfang Juli campieren junge Klima-Aktivisten vor dem Augsburger Rathaus. Sie fordern einen schnelleren Kohle-Ausstieg. Und sie wollen weiter protestieren.

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"Klima-Camp" Augsburg: Aktivisten wollen vor Rathaus bleiben

Kohleausstieg bis 2038? Das reicht "Fridays for Future" nicht. Die Klima-Aktivisten wollen die Kohlekraftwerke früher abschalten. Seit knapp zwei Wochen protestieren sie mit einem "Klima-Camp" vor dem Augsburger Rathaus. Und sie wollen bleiben.

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Elias Sandler ist 17 Jahre alt - und politisch aktiv. Seit knapp zwei Wochen campt er mit anderen Aktivisten von Fridays for Future vor dem Augsburger Rathaus. Anlass für die Proteste war der Beschluss zum Kohleausstieg auf Bundesebene. Die Aktivisten fordern, spätestens bis 2030 alle deutschen Kohlekraftwerke vom Netz zu nehmen - und nicht erst 2038, wie von der Politik beschlossen.

Campen gegen die Erderwärmung

Zwischen Perlachturm und Rathaus bietet sich zurzeit also ein ungewohntes Bild: Schlafsäcke, Zelte, sogar ein paar Möbel haben die Teilnehmer des "Klima-Camps" herangeschafft. Und immer sind zwischen fünf und 30 Jugendliche da, die die Stellung halten.

Räumt Polizei Klima-Camp in Augsburg?

Das Problem: Die Stadt Augsburg findet, dass es sich nicht mehr um eine politische Veranstaltung im Sinne des Versammlungsrechts handelt. Deswegen haben die Behörden das Camp nur bis Freitag geduldet - und das auch in einem Bescheid klar gestellt. Theoretisch könnte die Polizei das Camp räumen - passiert ist das aber bisher nicht.

Vor Räumung des Klima-Camps muss Gericht entscheiden

Umweltreferent Reiner Erben sagte dem BR, der Bescheid sei den Aktivisten und der Polizei ungefähr zeitgleich zugegangen. Und die Polizei sei jetzt aufgefordert zu reagieren. Eine Räumung scheint aber nicht unmittelbar bevorzustehen. Von der Polizei heißt es, es seien juristisch noch nicht alle Fragen geklärt. Fridays for Future hat nämlich Beschwerde gegen den Bescheid eingereicht. Die Entscheidung liegt damit beim Augsburger Verwaltungsgericht. Wann sie getroffen wird, ist im Moment nicht abzusehen.

Augsburger Klima-Aktivisten wollen "basisdemokratisch" entscheiden

Für die Klima-Aktivisten heißt das: Sie wollen in ihrem Camp am Rathausplatz bleiben - rund um die Uhr, mit Nachtwache und Transparenten gegen die Energiepolitik der Bundesregierung. Und wenn sie das Camp verlassen müssen? "Wenn sie kommen", so Elias Sandler, "werden wir basisdemokratisch entscheiden, ob wir gehen oder nicht und wie wir handeln." Aufgeben klingt anders.