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"Kleine Sensation": Bedrohte Tiere im Nymphenburger Schlosspark | BR24

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Nymphenburger Schlosspark

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    "Kleine Sensation": Bedrohte Tiere im Nymphenburger Schlosspark

    In Parks in Bayern leben viele bedrohte Tiere und Pflanzen. Im Nymphenburger Schlosspark in München zum Beispiel fühlen sich der Pilzkäfer und die bedrohte Wespenbiene wohl. Laut Umweltminister Glauber ist das eine "kleine Sensation".

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    Von
    • Matthias Lauer

    Der Nymphenburger Schlosspark im Westen von München ist rund 180 Hektar groß und ein beliebtes Ziel für die Münchner und Münchnerinnen, die eine Atempause brauchen. Aber nicht nur Spaziergänger und Jogger, sondern auch viele Tierarten fühlen sich in dem riesigen Garten wohl.

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    Ideale Lebensbedingungen für Tiere

    Im Park um das Nymphenburger Schloss finden viele Tiere einen Platz zum Leben, die es sonst in einer Großstadt schwer haben. Rehe, Hasen, Füchse und Marder, aber auch Frösche, Schmetterlinge und Heuschrecken sind hier zu Hause und zahlreiche Vogelarten.

    "Die historischen Parkanlagen unserer Schlösserverwaltung sind nicht nur bedeutende Kulturdenkmale, sondern zugleich wichtige Rückzugsgebiete und Lebensraum für wildlebende Tier- und Pflanzenarten."Albert Füracker, Finanz- und Heimatminister

    Rückzugsort für Gänsesäger und Käuze

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    Gänsesäger

    Ein in Deutschland eher seltener Gast ist der Gänsesäger. Er gehört zu den Entenvögeln, ist aber größer als eine Stockente und seltener. Er steht auf der Liste der gefährdeten Tierarten. Deshalb ist man auch besonders stolz, dass im Nymphenburger Schlosspark einige Paare leben, die regelmäßig Junge aufziehen. Wenn diese noch klein sind, lassen sie sich häufig von ihrer Mutter spazieren schwimmen. Den Namen Gänsesäger haben die Tiere von ihrem sägeartigen Schnabel.

    Ein weiterer Bewohner des Schlossparks ist der Kauz. Käuze waren in früheren Zeiten äußerst unbeliebt, denn sie galten als Todesboten. Ihr Ruf, der wie "kju-wit" klingt, wurde als "Komm mit" gedeutet. Dies wurde vielen dieser Vögel zum Verhängnis: Sie wurden ans Hoftor genagelt, um den Tod zu vertreiben.

    Seidenschwänze lieben die Misteln im Nymphenburger Schlosspark

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    Seidenschwanz

    Einen ähnlich schlechten Ruf hatten die Seidenschwänze. Die schillernd bunten Singvögel brüten in Sibirien und Nordskandinavien und kommen nur in unregelmäßigen Abständen zum Überwintern nach Mitteleuropa. Ihr Eintreffen fiel zufällig mit dem Auftreten von Epidemien und Krankheiten zusammen, weshalb sie im Niederländischen unter dem Namen "Pestvogel" bekannt sind. Seidenschwänze sind gesellig und treten in großen Schwärmen auf. Am Nymphenburger Schlosspark lieben sie vor allem das große Nahrungsangebot. Eine ihrer Lieblingsspeisen sind Misteln, die im Park an den Bäumen wachsen.

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    "Fliegende Edelsteine" und andere Insekten

    Im Park sind auch viele "fliegende Edelsteine" unterwegs. Denn Libellen finden hier Dank der vielen Gewässer und der naturbelassenen Wiesen ideale Bedingungen vor. Der Große Blaupfeil, verschiedene Heidelibellen, Pechlibellen, Federlibellen, die Gebänderte Prachtlibelle und die immer patrouillierende Königslibelle – viele Arten tummeln sich im Nymphenburger Schlosspark.

    Entdeckung von seltener Wespenbiene und Pilzkäfer

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    Baumpilzkäfer

    Umweltminister Thorsten Glauber bezeichnete es als eine "kleine Sensation", dass jetzt sogar die bedrohte Wespenbiene und der Pilzkäfer im Schlosspark entdeckt worden sind. Nach den Tieren war bei einem Artenschutzprojekt gesucht worden.

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