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Wahlplakat der Bayernpartei

Erst ein Plakat am Straßenrand macht einen bisweilen auf ihre Existenz aufmerksam, dabei sind die kleinen Parteien ein wichtiger Bestandteil der Demokratie.

Bayernpartei will von Social Media profitieren

Die Bayernpartei hatte bei der letzten Wahl 2,1 Prozent der Stimmen. Dass sie dieses Jahr besser abschneidet, da ist sich der Vorsitzende Weber ganz sicher. Denn: die Bayernpartei sei zwar klein, aber stark in den Sozialen Netzwerken vertreten. Tatsächlich hat die Bayernpartei auf Facebook rund 30.000 Abonnenten, das ist in Bayern nach CSU und AfD Platz drei. Wichtigstes Thema der Bayernpartei auch dieses Mal wieder: Bayerns Unabhängigkeit vom Rest Deutschlands. Die Bayernpartei strebt ein eigenständiges Bayern in einem europäischen Staatenbund an. Florian Weber von der Bayernpartei betont, dass Bayern bei den derzeitigen 28 EU-Staaten immerhin der neuntgrößte Staat bezogen auf die Einwohnerzahl wäre.

Die Bayernpartei ist eine von 18 Parteien, die heuer zur Wahl in Bayern zugelassen sind. Neben den aktuellen vier Parteien im Landtag CSU, SPD, Freie Wähler und Grüne können laut Umfragen die FDP und die Linke mit einem Einzug ins Parlament rechnen.

ÖDP optimistisch

Neben der Bayernpartei ist auch die Ökologisch-demokratische Partei sehr optimistisch, dass ihr bei dieser Wahl der Sprung ins Parlament gelingt. Bei der Wahl 2013 lag sie bei 2 Prozent. Im Gegensatz zu den Grünen, so die Spitzenkandidatin Agnes Becker, verzichte die ödp auf jegliche Art von Parteispenden seitens Unternehmen oder Verbänden. Die ödp hat ein Volksbegehren mit dem Titel "Artenvielfalt - rettet die Bienen" gestartet.

Bis zum 21. September läuft das Volksbegehren noch, es soll der Partei einen Schub geben bis zur Wahl. Ob das reicht, über die 5 Prozent Hürde zu kommen, ist bei der ödp genauso ungewiss wie bei der neuen Partei MUT.

"MUT" zum ersten Mal bei der Landtagswahl

Gegründet von einer Gruppe rund um Claudia Stamm vor mehr als einem Jahr tritt MUT zum ersten Mal bei einer Landtagswahl an und soll laut der ehemaligen Grünen-Abgeordneten und Tochter von Landtagspräsidentin Barbara Stamm für Solidarität und Humanismus in der Migrations- und Wirtschaftspolitik stehen. Die ältere bayerische Dame dürfe nicht gegen den jungen Geflüchteten ausgespielt werden, so Claudia Stamm.

Kleine Parteien kämpfen mit geringem Wahlkampfbudget

Ein Thema, das alle kleinen Parteien ansprechen, ist das geringe Budget für den Wahlkampf. Das soll mit dem Einsatz der Mitglieder ein Stück weit wettgemacht werden. Sie sind besonders bei den Kleinen Parteien unermüdlich im Einsatz. Schaut man auf die Liste der zugelassenen Kleinstparteien, finden sich auch dieses Mal wieder kreative Namen: die V-Partei der Veränderung, Vegetarier und Veganer etwa, die Partei für Gesundheitsforschung oder die Eurokritiker, auch "Die Partei" von Satiriker Martin Sonnenborn tritt in Bayern an, genauso wie die Partei für Franken. Bei ihr kann man das Kreuzchen allerdings nur in Mittel- oder Unterfranken machen, in anderen Regierungsbezirken ist sie nicht wählbar. Andere Gruppierungen sind nicht mehr dabei: die Frauenliste etwa oder die Republikaner. Wieder dabei sind hingegen die Tierschutzpartei, die Piraten und die Partei der Humanisten.

Trotz geringer Chancen auf den Einzug in den Landtag: dank der kleinen Parteien hat jeder Bürger die Möglichkeit, sich die Gruppierung zu suchen, die seine Meinung am ehesten vertritt. Und das nicht nur bei der Wahl am 14. Oktober.