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Hin und Her bei Klarsichtmasken - Ministerium in der Kritik | BR24

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BR-Oberland-Korrespondent Martin Breitkopf hat mit der Maske eine Reportage übers Plätzchenbacken gemacht. Jetzt sind diese Klarsichtmasken verboten. Das sorgt für Kritik.

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Hin und Her bei Klarsichtmasken - Ministerium in der Kritik

Wie konnte es sein, dass das Bayerische Gesundheitsministerium Klarsichtmasken erst als wirksamen Mund-Nasen-Schutz zugelassen, heute aber als solchen verboten hat? Für das Hin und Her bei den Masken steht das Gesundheitsministerium in der Kritik.

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Von
  • Martin Breitkopf

Die in Bayern weitverbreiteten Klarsichtmasken vor Mund und Nase wurden heute vom Bayerischen Gesundheitsministerium als Schutz vor Corona ausgeschlossen. Doch das Hin und Her sorgt für Kritik - gerade auch im Werdenfelser Land. Die Masken sind an Schulen, Geschäften und auch Arztpraxen stark verbreitet - vor allem im Werdenfelser Land, weil dort eine Herstellerfirma sitzt.

Aerosole verteilen sich bei Klarsichtmaske im Raum

Nach dem der Bayerische Rundfunk eine Pilotstudie der Hochschule München veröffentlicht hatte, in der die Unwirksamkeit der durchsichtigen Plastikmasken nachgewiesen wurde, reagierte heute die bayerische Staatsregierung und hat die anfänglich erlaubte Plastikmaske als jetzt unzulässig eingestuft.

Eindrucksvoll zeigen Fotos der Pilotstudie wie sich die Aerosole trotz der Klarsichtmaske im Raum verteilen. Da sie nicht eng anliegen und immer zwischen Gesicht und Plastik ein Spalt frei bleibt, bieten sie keinen Schutz, so das Resümee von Prof. Dr. Christian Schwarzbauer von der Hochschule München.

Masken waren weit verbreitet und offiziell zugelassen

Doch lange Zeit waren diese Plastikmasken offiziell zugelassen und sind weitverbreitet, ob an Schulen, in Geschäften oder sogar Arztpraxen. Käufer bekamen sogar ein Schreiben vom bayerischen Gesundheitsministerium indem die Zulässigkeit bestätigt wurde.

Wie sich jetzt aber rausstellt hat die Behörde anscheinend keine tiefergehende Prüfung vor der Genehmigung durchgeführt, sagt Prof. Dr. Christian Schwarzbauer. Die Zulassung sei nach derzeitigen Informationsstand lediglich auf Grund eines Herstellervideos erfolgt.

Hochschule München kritisiert Zulassung schwer

Für den Studienleiter an der Hochschule ist das hochgradig unprofessionell. Es könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass dadurch vermeidbare Corona-Infektionen erfolgt sind. Nachdem der Bayerische Rundfunk die Studien-Ergebnisse der Hochschule veröffentlicht hatte, hat das Gesundheitsministeriums reagiert.

Ab sofort sind nur noch textile Masken zulässig, da sie bereits einen Teil der Aerosole aufnehmen und einen Abschluss zur Gesichtshaut bieten.

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