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Klage gegen Odelzhausen: Kartoffelsalat-Hersteller geht leer aus | BR24

© BR/Markus Konvalin

Kartoffelsalat

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    Klage gegen Odelzhausen: Kartoffelsalat-Hersteller geht leer aus

    Eine Firma hatte gegen die Gemeinde Odelzhausen geklagt. Bei der Kartoffelsalat-Herstellung fiel so viel Abwasser an, dass das Klärwerk in Odelzhausen überfordert war. Der Fabrikant baute ein Vorklärwerk - bleibt auf den Kosten nun aber wohl sitzen.

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    Weil in der oberbayerischen Gemeinde Odelzhausen die Kläranlage überlief, verlangte ein örtlicher Salathersteller Schadenersatz. Vor dem Landgericht München II stritt die Firma am Mittwoch mit der Gemeinde im Landkreis Dachau um rund 1,8 Millionen Euro. Denn nach dem Ausfall der städtischen Anlage musste die Firma ihr Abwasser aufwendig selbst entsorgen und sogar ein Vorklärwerk bauen.

    Die Kosten dafür wollte der Kartoffelsalathersteller ersetzt bekommen. Seine Klage auf Schadensersatz wurde aber abgewiesen: Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass der klägerische Vortrag nicht ausreichte, um einen Amtshaftungs-Anspruch zu begründen. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

    Wurde Kartoffelsalat-Hersteller getäuscht?

    Nach Darstellung des Unternehmens hatte die Gemeinde bei seiner Suche nach einem neuen Standort Anfang 2011 zugesichert, dass es keine Schwierigkeiten mit Frisch- und Abwasser geben werde. Dabei habe sie verschwiegen, dass die Kläranlage schon damals überlastet gewesen sei. Im November 2012 begann in dem Unternehmen die Herstellung unter anderem von Kartoffelsalat, im Sommer 2013 versagte die kommunale Kläranlage.

    Abwasser musste mit Lkw abtransportiert werden

    Daraufhin entzog die Gemeinde der Firma das Recht, Abwasser in die Kanalisation zu leiten. Das Unternehmen musste zunächst Abwässer per Lkw nach Augsburg transportieren und schließlich eine eigene Vorkläranlage auf dem Betriebsgelände bauen. Für diese Maßnahmen soll die Gemeinde nach Willen des Klägers zahlen.

    Gemeinde kritisierte fehlende Informationen

    Die Gemeinde warf dem Feinkosthersteller vor, er könne bis heute nicht schlüssig darlegen, welche Mengen Schmutz im Wasser bei der Produktion anfallen. Zudem habe eine Anlage, die Kartoffelstärke vom Schmutzwasser abscheiden sollte, nicht richtig funktioniert, weil ein spezielles Reinigungssieb fehlte. Daraufhin sei stärkehaltiges Wasser ungefiltert in die Kanalisation geflossen und habe den Defekt in der Kläranlage mitverursacht.