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Klage abgewiesen - Zwergziege "Hui Buh" bleibt auf Gnadenhof | BR24

© dpa-Bildfunk/Matthias Balk

Ziegenbock "Hui Buh"

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    Klage abgewiesen - Zwergziege "Hui Buh" bleibt auf Gnadenhof

    Die Zwergziege "Hui Buh" bleibt auf einem Gnadenhof und darf nicht zu ihren ursprünglichen Besitzern zurückkehren, die das Tier ohne Artgenossen hielten. Das entschied das Verwaltungsgericht München - doch ein Berufungsverfahren könnte anstehen.

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    Das Landratsamt München hatte der 29-jährigen Klägerin Magdalena A. und deren Mutter den Zwergziegenbock "Hui Buh" weggenommen, weil er aus Sicht der Behörde nicht artgerecht gehalten wurde. Seitdem lebte das Tier auf dem Gnadenhof "Gut Streiflach" in Germering - und Magdalena A. ging vor Gericht.

    Gericht stützt sich auf Haltungsverbot

    Das Verwaltungsgericht München, das die Zwergziege ebenso wie die Betreuer auf dem Gnadenhof unter dem neuen Namen "Bubo" führt, entschied nun, dass der Ziegenbock an seinem neuen Aufenthaltsort verbleiben soll. Der Vorsitzende Richter stützte dieses Urteil vor allem auf ein Haltungsverbot für Pferde und Ziegen, das wegen anderer Mängel gegen die klagende Frau und deren Mutter verhängt worden war: "Sie durften damals gar keine Tiere mehr halten."

    Ist "Hui Buh" verhaltensgestört?

    Die Familie hatte den Ziegenbock mit der Flasche aufgezogen. Es schlief bei der Tochter im Bett und fuhr auf dem Beifahrersitz im Auto mit - letzteres fiel auf und das Landratsamt griff schließlich ein. Aus Sicht von Mutter und Tochter war der Ziegenbock aber gar nicht anders zu halten: "Hui Buh" habe nicht mit anderen Ziegen zusammen leben wollen, sei verhaltensgestört und brauche die Nähe des Menschen.

    Zudem sei bereits geplant gewesen, "Hui Buh" künftig doch in einer kleinen Herde zu halten, die Behörden hätten den Bock dann aber weggenommen, bevor weitere Tiere als Gesellschaft für "Hui Buh" eintrafen.

    Den Vorsitzenden Richter überzeugte all das nicht. Er erklärte, es sei in dem Verfahren nicht begründet worden, "dass es besser war, das Tier einzeln zu halten." Schon das Landratsamt hatte befunden, dass auch in einem von den Halterinnen vorgelegten Gutachten nicht nachgewiesen worden sei, dass "Hui Buh" neurologisch gestört sei.

    Der Bock wisse nicht, dass er eine Ziege ist

    Laut der Amtstierärztin des Veterinäramtes geht es "Hui Buh" beziehungsweise "Bubo" auf dem Gnadenhof gut. Der Ziegenbock verstehe sich dort auch mit den anderen Ziegen, sei nur manchmal etwas ängstlich. Er sei aber tatsächlich sehr auf den Menschen fixiert, auch im Sexualverhalten. "Hui Buh" wisse "wahrscheinlich bis heute nicht, dass er eine Ziege ist".

    Die Klägerin hat angekündigt, nun in Berufung zu gehen.