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KKW Grafenrheinfeld vor vier Jahren endgültig abgeschaltet | BR24

© dpa Picture-Alliance Ulrich Baumgarten

KKW Grafenrheinfeld vor vier Jahren endgültig abgeschaltet

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KKW Grafenrheinfeld vor vier Jahren endgültig abgeschaltet

Heute vor vier Jahren waren über den Kühltürmen am Kernkraftwerk Grafenrheinfeld bei Schweinfurt die letzten Dampfschwaden zu sehen. Einen Tag vorher war das Kraftwerk vom Stromnetz und damit nach 33 Betriebsjahren endgültig abgeschaltet worden.

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Kernkraftgegner verfolgten die Abschaltung am Abend des 27. Juni vor vier Jahren mit einem "Abschaltpicknick" am Kraftwerkszaun. Laut einer Sprecherin des KKW Grafenrheinfeld wurden bis heute 285 der letzten Brennelemente in insgesamt 15 Castor-Behälter verladen. Im Brennelementebecken befinden sich derzeit noch 312 Brennelemente. Im Atommüllzwischenlager befinden sich aktuell 36 beladene Castor-Behälter. Ziel ist es laut er Sprecherin bis Ende 2020 alle Brennelemente in Castor-Behälter verladen und ins Atommüllzwischenlager zu bringen.

Weniger Personal

Im Augenblick sind noch knapp 200 Mitarbeiter der PreussenElektra am Standort Grafenrheinfeld beschäftigt. Seit Abschalten der Anlage fällt diese Zahl langsam Jahr für Jahr. Mit Rückbaubeginn ist allerdings die Zahl des auf der Anlage tätigen Fremdpersonals gestiegen. Diese Zahl pendelt zwischen 100 und 300 Personen und ist abhängig von der Anzahl und Größe der stattfindenden Rückbautätigkeiten. Der nukleare Rückbau soll nach heutigen Planungen laut der Sprecherin Ende 2033 abgeschlossen sein.

Teurer Rückbau

In weiteren zwei Jahren soll dann der gesamte Bau mit Reaktorgebäude und den beiden 143 Meter hohen Kühltürmen abgerissen sein. Das Kernkraftwerk hatte insgesamt rund 333 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Das entspricht laut dem Betreiber Preußen Elektra rechnerisch einer Strommenge, mit der ganz Bayern vier Jahre lang mit Strom hätte versorgt werden können. Die Kosten für den Rückbau werden auf rund 1,2 Milliarden Euro geschätzt.

Zwischenlager für Atommüll

Das Atommüllzwischenlager wird noch länger am Standort bleiben. Es hat eine Betriebsgenehmigung bis 2046. Weltweit gibt es noch kein Atommüll-Endlager. Die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle sollen ab 2020 am Standort in einer gut 100 Meter langen sogenannten Bereitstellungshalle gelagert werden. Gegen den Betrieb hat der Bund Naturschutz beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof aus Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung aus Sorge wegen Strahlung Klage eingereicht.

© BR

Heute vor vier Jahren waren über den Kühltürmen am Kernkraftwerk Grafenrheinfeld bei Schweinfurt die letzten Dampfschwaden zu sehen. Einen Tag vorher war das Kraftwerk endgültig abgeschaltet worden.