BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

KKW Grafenrheinfeld: Müllentsorgung muss neu geregelt werden | BR24

© Bayerischer Rundfunk 2020
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2020

Stillgelegtes Kernkraftwerk Grafenrheinfeld

Per Mail sharen

    KKW Grafenrheinfeld: Müllentsorgung muss neu geregelt werden

    Bis zum Jahresende wird sogenannter freigemessener Müll aus dem Abriss des Kernraftwerks Grafenrheinfeld in der Müllverbrennungsanlage Schwandorf entsorgt. Danach nicht mehr. Der KKW-Betreiber muss nun klären, wer künftig den Müll abnimmt.

    Per Mail sharen
    Von
    • Norbert Steiche
    • BR24 Redaktion

    Wo werden künftig 525 Tonnen sogenannter freigemessener Müll aus dem Abriss des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld im Landkreis Schweinfurt entsorgt? Diese Frage muss jetzt PreussenElektra klären. Grund dafür ist ein Beschluss des Müllzweckverbands Schwandorf in der Oberpfalz. Demnach darf kein weiterer "freigemessener Abfall" aus dem KKW-Grafenrheinfeld-Rückbau in der Müllverbrennungsanlage in Schwandorf verwertet werden.

    Schon 25 Tonnen Müll aus KKW verbrannt

    Bislang wurden rund 25 Tonnen freigemessener Müll in Schwandorf verbrannt. Bei freigemessenen Abfällen handelt es sich etwa um Kabelisolierungen, Putzlappen, Dämmmaterial oder Kunststoffen. Eine bisher geltende Nothilfevereinbarung mit dem eigentlich für den Abfall zuständigen Müllkraftwerk im Landkreis Schweinfurt läuft zum Jahreswechsel aus, teilt der dortige Zweckverband mit. Der freigemessene Abfall aus dem Atomkraftwerk Grafenrheinfeld muss somit wieder im Müllkraftwerk vor Ort im Landkreis verbrannt werden.

    Gespräche mit dem Landkreis Schweinfurt angekündigt

    In Schweinfurt gibt es eine Müllverbrennungsanlage, die den Abfall theoretisch verwerten könnte. Eine Sprecherin von PreussenElektra teilte auf Anfrage mit: "Sollte dies nicht mehr möglich sein, werden wir erneut das Gespräch mit dem Landkreis Schweinfurt als dem zuständigen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger suchen, so wie wir dies auch in der Vergangenheit getan haben." Die rechtlichen Vorgaben würden verlangen, dass PreussenElektra die zur Verbrennung freigegebenen Abfälle an geeignete Entsorgungseinrichtungen abgibt.

    PreussenElektra: Müll sei nur gering belastet

    Laut PreussenElektra gehen von den freigemessenen Abfällen keine Gefahren aus. Von dem Müll geht nur noch eine Radioaktivität von maximal zehn Mikrosievert aus. Das sei genau so viel, wie man aufnimmt, wenn man beispielsweise von Frankfurt nach Mallorca fliegt – oder wenn man einmal 150 Gramm Fisch isst.

    In Schwandorf hatten Kritiker die geringe Belastung angezweifelt. Sie fordern, dass zukünftig auch kein Müll aus den niederbayerischen AKWs Isar 1 und 2 angenommen wird. Verantwortliche des Zweckverbands in Schwandorf und Behörden wie das Bayerische Landesamt für Umwelt versichern hingegen, dass das Verbrennen ungefährlich sei.

    Kernkraftwerk soll bis 2033 weitgehend abgerissen sein

    Bis das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld bis 2033 weitgehend abgerissen sein wird, werden etwa 1.850 Tonnen Schutt des KKW im Abfallwirtschaftszentrum "Rothmühle" des Landkreises Schweinfurt landen. Über 90 Prozent der über 300.000 Tonnen Schutt aus dem KKW sollen recycelt werden.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!