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Sorge um Niedrigstrahlung: Bündnis protestiert gegen KKW-Müll | BR24

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Das stillgelegte Kernkraftwerk in Grafenrheinfeld (Lkr. Schweinfurt)

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    Sorge um Niedrigstrahlung: Bündnis protestiert gegen KKW-Müll

    Das "Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft" ruft zu einer Mahnwache am Montagabend auf. Dabei geht es um Recyclingreste des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld auf der Kreismülldeponie. Die Kritik: Das Problem der Niedrigstrahlung werde ignoriert.

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    Babs Günther, die Sprecherin des "Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft", kritisiert, dass mit dem Abriss des Kernkraftswerks Grafenrheinfeld die "größte Menge des Materials frei verwertet bzw. recycelt werden soll, teilweise soll das Material eingeschmolzen, thermisch verwertet oder auf der Bauschutt-Deponie Rothmühle des Landkreises Schweinfurt eingelagert werden." Erste Anlieferungen seien bereits im Oktober 2018 erfolgt. Der Umweltausschuss des Schweinfurter Kreistages habe aktuell der Entsorgung von sogenannten spezifisch freigegebenen Abfällen aus dem KKW-Rückbau zugestimmt, schreibt Günther weiter.

    Problem der Niedrigstrahlung

    Das "Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft" sei besorgt über die Praxis von Freimessung und die Freigabe von Material aus dem KKW-Rückbau. Das zu deponierende Material müsse nicht frei von Radioaktivität sein. Dieses müsse nur unter einem festgelegten Grenzwert liegen. Das Problem der Gesundheitsgefährdung durch Niedrigstrahlung werde dabei generell ausgeklammert. Außerdem sei keine gutachterliche Klärung der Frage bekannt, ob die Deponie "Rothmühle" des Landkreises Schweinfurt ausreichenden Schutz und Abschirmung vor zu erwartenden Strahlung bieten könne, schreibt Günther weiter.

    Schutt aus nicht-nuklearem Bereich

    Bis das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld im Landkreis Schweinfurt im Jahr 2033 weitgehend abgerissen sein wird, werden rund 1.850 Tonnen Schutt aus nicht-nuklearen Bereichen des KKW im Abfallwirtschaftszentrum "Rothmühle" des Landkreises Schweinfurt landen. Das wurde bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Land- und Abfallwirtschaft des Schweinfurter Kreistages Anfang Juli bekannt. Der Landkreis Schweinfurt stehe hier in der Entsorgungspflicht. Das Landesamt für Umwelt würde die Abfuhr kontrollieren, heißt es. Über 90 Prozent der über 300.000 Tonnen Schutt aus dem KKW-Kraftwerk sollen recycelt werden.

    Deswegen ruft das "Schweinfurter Aktionsbündnis gegen Atomkraft" zu einer einstündigen Mahnwache unter dem Thema "Rothmühle strahlt?" auf. Am Montagabend ab 18 Uhr soll sie auf dem Schillerplatz in Schweinfurt stattfinden.

    In 15 Jahren "Grüne Wiese"

    Kürzlich sind die letzten verwendeten Brennelemente aus dem Abklingbecken ins benachbarte Atommüllzwischenlager gebracht worden. Hier stehen nun 53 Castoren. Ende des Jahres soll ein letzter 54. Castor mit restlichem nuklearen Brennstoff hier eingelagert werden. Bislang ist etwa ein Vierzigstel aller Komponenten demontiert. Von einst 300 Mitarbeitern sind noch 200 vor Ort. In 15 Jahren soll hier nur noch die sprichwörtlich "Grüne Wiese" liegen und auch die beiden Kühltürme sollen verschwunden sein. Bleiben wird allerdings das Atommüllzwischenlager, denn ein Atommüllendlager soll in Deutschland frühestens 2050 betriebsbereit sein. Vor gut fünf Jahren ist das KKW Grafenrheinfeld nach 33 Betriebsjahren abgeschaltet worden.

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