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Kitas: Schreyer für bessere Bezahlung und weniger Bürokratie | BR24

© BR / Arne Wilsdorff

Wie soll die Kinderbetreuung im Jahr 2050 aussehen? Dazu fand heute die erste Fachtagung auf Einladung des bayerischen Sozialministeriums statt. Kritiker sagen: Man sollte den Fokus besser auf das Hier und Jetzt legen.

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Kitas: Schreyer für bessere Bezahlung und weniger Bürokratie

Wie soll die Kinderbetreuung im Jahr 2050 aussehen? Dazu fand heute die erste Fachtagung auf Einladung des bayerischen Sozialministeriums statt. Kritiker sagen: Man sollte den Fokus besser auf das Hier und Jetzt legen.

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Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) will, dass Fachkräfte in der Kinderbetreuung besser bezahlt werden - und künftig dank der Digitalisierung weniger Verwaltungsaufwand sowie mehr Zeit für die Kinder haben. Das erklärte Schreyer am Mittwoch beim ersten Fachtag, den das im Juni gegründete "Bündnis für frühkindliche Bildung in Bayern" veranstaltete. Im Zuge der Gespräche soll dabei mit rund 300 Experten, Trägern und Verbänden das Bild einer wünschenswerten Kinderbetreuung im Jahr 2050 entstehen.

Trendforscher zu Zukunft der Kita

Trendforscher Sven Gábor Jánszky, der ebenfalls an der Tagung teilnahm, skizzierte dem BR seine Vorstellung einer Kita in rund dreißig Jahren. Längere und flexiblere Öffnungszeiten, mehr Quereinsteiger als Erzieher, Kameras und Sensoren als Unterstützung - das dürften laut Jánszky die wesentlichen Veränderungen zu heute sein. Gesichtserkennung und Datenanalyse könnten ihm zufolge Stimmungen und erkrankte Kinder noch vor den menschlichen Betreuern erkennen.

Kritik an Gebührensenkung

Zuvor hatte der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg die Staatsregierung für ihre aktuelle Kita-Politik scharf kritisiert. Es sei nicht gut, dass "mehr als die Hälfte der 861 Millionen Euro", die Bayern vom Bund im Rahmen des "Gute-Kita-Gesetzes" erhalte, in die Gebührensenkung fließe. Die Caritas hätte sich stattdessen eine Verbesserung der Betreuungsqualität gewünscht, etwa durch gute Betreuungsschlüssel.

Verband mahnt: 7.200 Fachkräfte fehlen

Auch der katholische Kitaverband forderte von Sozialministerin Schreyer konkrete Vereinbarungen und Zusagen für staatliche Förderung "über die bisherige Willensbekundung hinaus". Zukunftsfragen seien nicht zu lösen, ohne gezielte Maßnahmen zur Gewinnung von pädagogischen Fachkräften zu forcieren. Demnach fehlen in den bayerischen Kitas aktuell rund 7.200 Fachkräfte.

Grüne fordern bessere Bedingungen für Kitas von heute

Die Grünen verlangen ebenfalls, zuerst die aktuellen Probleme zu lösen. Johannes Becher, bei den Landtags-Grünen zuständig für frühkindliche Bildung, erklärte: "Den Familien und Alleinerziehenden in Bayern wäre mehr geholfen, wenn sich die Söder-Regierung mit der Verbesserung der Rahmenbedingungen der Kita von heute beschäftigen würde, anstatt über die Kita von übermorgen zu spekulieren." Becher forderte unter anderem eine Reform der Ausbildung und eine Vergütung ab dem ersten Tag.

Schreyer: "Noch mehr Menschen für den Beruf begeistern"

Befragt zum Fachkräfte-Mangel verwies Sozialministerin Schreyer am Mittwoch darauf, dass in Bayern die Zahl der Fachkräfte und Ausbildungsplätze im Sozialbereich heute doppelt so hoch sei wie vor zehn Jahren. "Wir arbeiten mit allen Mitteln daran, noch mehr Menschen für den Beruf zu begeistern", betonte Schreyer. "Es gibt nichts Schöneres, als mit Menschen zu arbeiten."

Mit Informationen von dpa und epd.

© BR

Das bayerische Familienministerium hat heute über die Kita der Zukunft diskutiert. Klar ist: Es braucht flexiblere Betreuungszeiten und mehr Digitalisierung für Verwaltungsaufgaben. 300 Experten tagten heute in München zur Kita 2050.