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Kitas in Bayern: Wann werden welche Kinder wieder betreut? | BR24

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Seit Montag dürfen in Bayern weitere Kinder wieder in die Kindergärten. So werden Vorschulkinder und ihre Geschwister in den Kitas aufgenommen. Ab 1. Juli sollen dann alle Kinder zurück in Kindergärten und Krippen dürfen.

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Kitas in Bayern: Wann werden welche Kinder wieder betreut?

Viele Kinder in Bayern warten auf die Rückkehr in ihre Betreuungseinrichtung. Nachdem die Notbetreuung schrittweise ausgebaut wird, sollen die übrigen Kinder laut Ministerpräsident Söder am 1. Juli folgen. Normalität aber ist nicht in Sicht.

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Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) macht allen Eltern im Freistaat Hoffnung, die derzeit unter großen Anstrengungen Arbeit im Homeoffice und Kinderbetreuung gleichzeitig meistern müssen. "Bis 1. Juli sollen alle Kinder zurück in den Kindergärten und Kitas sein", twitterte Söder. Doch selbst, wenn dies gelingen sollte: Eine Kinderbetreuung wie vor der Corona-Krise wird das noch lange nicht sein. Die Rede ist von einem "eingeschränkten Regelbetrieb".

Schon jetzt, da die Einrichtungen deutlich weniger Kinder in der Notbetreuung haben, können nicht alle jeden Tag kommen, und auch die Öffnungszeiten sind zum Teil verkürzt. Viele Erzieherinnen zeigen sich daher skeptisch, wie die Betreuung aller Kinder unter Berücksichtigung der Hygieneregeln funktionieren soll.

Hier ein Überblick über den weiteren Fahrplan und die Bedingungen:

Schrittweiser Ausbau der Notbetreuung

Die Notbetreuung in Krippen, Kindergärten und Horten wurde und wird in mehreren Schritten ausgebaut. Zunächst wurde der Kreis der Eltern mit Anspruch auf Notbetreuung für ihr Kind nach und nach erweitert. Mittlerweile gehören dazu beispielsweise Elternpaare, von denen ein Erziehungsberechtigter in "einem Bereich der kritischen Infrastruktur tätig" ist, erwerbstätige Alleinerziehende sowie Familien, in denen beide Erziehungsberechtigte nicht zu Hause arbeiten können. Auch Eltern, deren Kind eine Behinderung oder Anspruch auf Erziehung hat, können eine Notbetreuung beantragen. Die genauen Voraussetzungen und Regelungen sind auf der Internetseite des Sozialministeriums zu finden.

Vorschulkinder und Schulkinder

Seit Montag dürfen alle Vorschulkinder wieder in ihre Einrichtungen - sofern sie tatsächlich in diesem Jahr eingeschult werden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass sie wieder genauso lange betreut werden wie vor der Corona-Krise. Wegen der räumlicher Gegebenheiten und der begrenzten Anzahl von Fachkräften gibt es in den Einrichtungen ganz unterschiedliche Lösungen: So wird in manchen Kindergärten zum Beispiel die eine Hälfte einer Gruppe drei Tage lang betreut, dann folgt die andere Hälfte drei Tage lang. In anderen Kindergärten ist die Betreuungszeit noch stärker eingeschränkt. So schreibt ein B5-Hörer in einer Mail: "In unserem Kindergarten dürfen die Vorschulkinder zum Beispiel einen Tag pro Woche (...) von 08:00 bis 12:00 Uhr (ohne Mittagessen) in den Kindergarten."

Geschwisterkinder: Wird der Bruder oder die Schwester eines Vorschulkinds in derselben Einrichtung betreut, darf er oder sie ebenfalls wieder zurück in den Kindergarten oder die Krippe. Die Stadt München schreibt dazu: "Dieselbe Kindertageseinrichtung liegt dann vor, wenn es sich räumlich um eine einheitliche bzw. verbundene Einrichtung handelt." Handelt es sich bei dem Geschwisterchen also beispielsweise um ein Krippenkind, ist ausschlaggebend, wo sich die Krippe befindet: Ist sie in einem anderen Gebäude als der Kindergarten, hat die Familie keinen Anspruch auf die Betreuung des Krippenkindes.

Schulkinder können an jenen Tagen in ihren Hort gehen, an denen sie Unterricht in der Schule besuchen. An allen Tagen, an denen sie zu Hause lernen, dürfen sie nicht in den Hort - außer, sie haben Anspruch auf eine Notbetreuung.

Sonderregelung für Waldkindergärten und Kindertagespflege

Waldkindergärten dürfen seit Montag von allen Kindern wieder besucht werden - sofern sie keine Krankheitssymptome haben und in den vergangenen 14 Tagen keinen Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatten. Für sogenannte Waldgruppen eines normalen Kindergartens gilt diese Sonderregelung nicht. Auch dann nicht, wenn sich die Kinder weitgehend im Freien aufhalten.

Schon seit 11. Mai ist die Tagespflege teilweise wieder zugelassen. Zunächst durften maximal fünf Fremde Kinder durch eine feste Tagespflegeperson betreut werden. Seit Montag können auch Großtagespflegestellen wieder öffnen, wobei maximal zehn Kinder gleichzeitig von zwei oder drei Tagespflegepersonen betreut werden dürfen.

Nächste Stufe der Lockerungen ab 15. Juni

Nach den Pfingstferien (also ab dem 15. Juni) dürfen voraussichtlich die sogenannten Mittelkinder - also jene, die im September 2021 in die Schule kommen - sowie Krippenkinder, die in diesem Herbst in den Kindergarten wechseln, wieder in ihre Betreuungseinrichtung. Darüber hinaus sollen auch die Schüler der 2. und 3. Klassen an den Tagen, an denen sie Unterricht in der Schule haben, wieder in den Horten betreut werden.

Diese Stufe steht allerdings - genauso wie alle weiteren - grundsätzlich noch unter Vorbehalt: Ob und gegebenenfalls unter welchen Voraussetzungen diese Ausweitungen möglich sind, hängt von der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens ab", heißt es beim Sozialministerium. Ministerin Carolina Trautner (CSU) sagte dazu Anfang der Woche: "Wir versprechen doch nicht zu viel im Voraus, weil wir einfach immer das Infektionsgeschehen im Blick halten müssen. Und bis zum nächsten Schritt sind's wieder drei Wochen. Insofern können wir mal gut abschätzen: Bleibt die Entwicklung so positiv, dann dürfen wir weitermachen."

1. Juli: Alle Kinder sollen zurück - aber wie?

Etwa zweieinhalb Wochen später soll dann möglichst der nächste Schritt folgen: Nachdem er es schon am Freitag in Aussicht gestellt hatte, bekräftigte Ministerpräsident Söder noch einmal das Ziel, zum 1. Juli wieder alle Kinder in die Betreuungseinrichtungen und Schulen zu bringen.

Dabei ist aber noch völlig unklar, wie das in der Praxis aussehen wird. "Inwiefern soll das personell oder räumlich funktionieren?" fragt zum Beispiel eine Erzieherin in den sozialen Medien. Schon jetzt sei pädagogisches Arbeiten "einfach unmöglich".

Viele Eltern werden bei der Betreuung ihrer Kinder also zumindest zeitweise weiterhin improvisieren müssen. Wann die Betreuungseinrichtungen wieder den normalen Regelbetrieb aufnehmen können, hängt laut Trautner von den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien darüber ab, welche Rolle Kinder bei der Corona-Ausbreitung spielen.

Corona-Tests in Krippen und Kindergärten

Angesichts des schrittweisen Ausbaus der Kinderbetreuung kündigte Söder auch verstärkte Tests in Krippen, Kindergärten und Horten an - wie auch in weiteren Risikobereichen. "Wir überlegen derzeit ein Konzept, wie wir das machen können", sagte der Ministerpräsident und sprach von einem "wichtigen Signal". Durch Tests könne es mehr Sicherheit für Erzieher, aber auch die Eltern der Kinder geben. Sollten positive Tests auftreten, gäbe es dann die Möglichkeit, schnell einzugreifen.

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