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Kitas: Bayernweit fehlen viele Betreuungsplätze | BR24

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Zum Start des Kindergartenjahres: In Bayern fehlen viele Betreuungsplätze

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Kitas: Bayernweit fehlen viele Betreuungsplätze

In Bayern gibt es gut 9.510 Kindertagesstätten - das sind bei weitem nicht genug. Denn die Nachfrage nach Betreuungsplätzen steigt weiter. Zu Beginn des neuen Kindergartenjahres konnten nicht alle Eltern ihr Kind unterbringen.

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Die Kindertageseinrichtungen füllen sich nach der Sommerpause wieder mit Leben: Das neue Kindergartenjahr ist gestartet. Immer mehr Kinder im Alter von unter drei Jahren werden betreut - in ganz Bayern sind es fast 110.000 Kinder. Das ist ein Plus von mehr als sechs Prozent gegenüber dem Jahr 2018, so das Landesamt für Statistik. Die meisten davon leben im Landkreis München: 43,3 Prozent der Kinder unter drei Jahren werden hier in einer Kindertagesstätte betreut. Gefolgt vom Landkreis Würzburg mit 42,6 Prozent und vom Landkreis Coburg mit 42,5 Prozent.

Nürnberg: Viele Eltern klagen

Der steigende Bedarf an Betreuungsplätzen bereitet vor allem in den Städten Probleme. Bei der "Servicestelle Kitaplatz" in Nürnberg zum Beispiel gibt es noch einiges zu tun: Für rund 160 Kinder wird noch dringend ein Kindergartenplatz gesucht.

118 der unversorgten Familien haben beim Jugendamt Nürnberg ihren Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz geltend gemacht. Wenn sie keinen Platz bekommen, drohen der Stadt Klagen. "Wir suchen weiter, jeden Tag auf’s Neue", sagt Georg Reif, der stellvertretende Jugendamtsleiter der Stadt. Er hofft, dass noch einige Plätze nachvermittelt werden können. Zumindest bei den Krippenplätzen, für Kinder bis drei Jahre, hat die Stadt Nürnberg aber keine Probleme – hier sind alle Kinder gut versorgt.

Regensburg: Alle Kinder werden betreut

Zufrieden ist man in der Stadt Regensburg. Eleonore Hartl-Grötsch leitet das Amt für Tagesbetreuung von Kindern. Zum Start des Kindergartenjahres haben alle Kinder einen Platz bekommen, sowohl in den Krippen als auch in den Kindergärten. "Noch vor drei Jahren haben sich die Beschwerden in meinem Büro gestapelt", sagt sie. "Dank des Kitaplaners, einem digitalen Tool zur Platzvergabe, ist alles viel besser geworden." Heute morgen und am Freitag gab es noch zwei kurzfristige Anmeldungen. Beide wurden bereits vermittelt. "Es ist nicht immer der Wunschplatz in der Kita direkt ums Eck, aber jeder hat einen Platz", so Hartl-Grötsch.

Augsburg: Das große Abwarten

In Augsburg hingegen gibt es eine lange Warteliste: Zum Start des Kindergartenjahres haben 181 Kinder keinen Krippenplatz, 288 Kinder warten auf einen Platz im Kindergarten. Wie das Sozialreferat der Stadt mitteilt, lassen die Rückmeldungen einzelner Träger auf Personalmangel schließen – dieser ist so gravierend, dass nicht so viele neue Plätze geschaffen werden können wie es sonst möglich wäre.

Unterfranken: Bildungsgewerkschaft schlägt Alarm

Laut Staatsregierung fehlen in Kitas, Krippen und Horten bis 2023 gut 30.000 Kinderpflegerinnen und --pfleger, Erzieherinnen, Erzieher und weiteres pädagogisches Personal. Deshalb schlägt zum Start des neuen Kindergartenjahrs die Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Unterfranken Alarm. So führe der Personalmangel bei allen Beteiligten zu erheblichem Stress und schlechten Arbeitsbedingungen.

Jörg Nellen, stellvertretender Vorsitzender der GEW Unterfranken, schätzt, dass hier mindestens 2.000 Mitarbeiter fehlen, "konservativ geschätzt". "Die Auswirkungen erreichen nach den Städten nun auch das Land", so Nellen. Erkranktes Personal müsse vertreten werden, was zu Belastungen durch Überstunden führt. "Freizeitausgleich ist oft nicht drin, da das den Mangel nur noch verschärft". Der Personalmarkt sei leer gefegt. Abhilfe sollen inhaltlich teils deutlich reduzierte Weiterbildungsmodelle und Quereinsteiger schaffen. "Qualifikation findet man aber nicht auf der Straße", so Nellen.

Fachkräfteoffensive gegen den Personalmangel

Das Familienministerium hat deshalb eine Fachkräfteoffensive gestartet. Oberste Priorität habe eine leistungsgerechte Bezahlung. "Wir sind stolz auf das, was unsere Erzieherinnen und Erzieher leisten, und wollen, dass sie dafür auch leistungsgerecht bezahlt werden. Zusätzlich müssen wir die Ausbildung attraktiver machen, Quereinsteiger für den Beruf qualifizieren und die Kita-Leitungen entlasten", so Ministerin Kerstin Schreyer.