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Kitas, Ämter, Nahverkehr: Warnstreiks in Bayern gehen weiter | BR24

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In Bayern hat eine ganze Woche mit Warnstreiks im öffentlichen Dienst begonnen. Den Anfang machten heute Kitas und Klinikum in München. Verdi fordert 4,8 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten von Bund und Kommunen.

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Kitas, Ämter, Nahverkehr: Warnstreiks in Bayern gehen weiter

In Bayern müssen sich Bürgerinnen und Bürger weiter auf Warnstreiks im öffentlichen Dienst einstellen. In der zweiten Woche wollen die Gewerkschaften die Aktionen ausweiten. Welche Bereiche betroffen sind.

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Trillerpfeife als Protest geht mit dem vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz nicht, und Kundgebungen hunderter Beschäftigter lässt das Abstandsgebot kaum zu. An den Warnstreiks halten die Gewerkschaften trotz Corona aber fest. Über 70 Aktionen die Woche über stehen laut Verdi auf dem Streikplan für Bayern. Jeweils am Vortag soll es mehr Informationen geben. Man werde aber versuchen, dass die Belastung der Bürgerinnen und Bürger gering bleibt – heißt es von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Auch die Bildungsgewerkschaft GEW und die Tarifunion des Beamtenbundes haben Aktionen geplant.

Warnstreiks könnten alle Bereiche treffen

Stadtwerke, Krankenhäuser, Müllabfuhr, Bauhöfe, Straßenmeistereien, Bibliotheken, die Verwaltung, aber auch Kitas werden in die Warnstreiks diese Woche mit einbezogen. Der Schwerpunkt liegt heute in München. Betroffen sind unter anderem die Stadtwerke, der Gartenbau, die Stadtbibliotheken, das Kreisverwaltungsreferat, aber auch die Kitas. Etliche werden geschlossen bleiben – wie viele genau? Das hänge von der Streikbereitschaft des Personals ab. Die Eltern seien informiert worden.

Bei vielen von ihnen kommt der Warnstreik so bald nach dem Lockdown nicht gut an. Auch in den Kliniken der Landeshauptstadt sind Mitarbeiter heute zum Ausstand aufgerufen. Die Versorgung vor allem der Corona-Patienten sei aber sichergestellt. Nicht notwendige Operationen würden verschoben. Die Woche über sollen die Aktionen auch in anderen Städten weitergehen. Bei den Arbeitgebern fehle der Respekt für die, die in der Krise viel zu tun haben. Verdi und der Beamtenbund fordern unter anderem 4,8 Prozent mindestens aber 150 Euro mehr im Monat.

Dienstag ist Aktionstag im öffentlichen Nahverkehr

Viele müssen morgen schauen, wie sie zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen kommen. Bundesweit wird den ganzen Tag über der öffentliche Personen-Nahverkehr bestreikt. Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen dürften vielerorts liegen bleiben. S-Bahnen und Regionalzüge sind nicht betroffen. Mehr will Verdi Bayern heute Vormittag verraten.

Erste Warnstreiks fanden letzte Woche bereits statt. Der Nahverkehr hat eigene Tarifverträge. Im Streit geht es um bundesweit einheitliche Regelungen und bessere Konditionen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Verdi fordert unter anderem 3,50 Euro die Stunde mehr - ein Plus von 30 Prozent. Die Beschäftigten müssten entlastet und besser bezahlt werden. Ansonsten drohe der Nachwuchs auszugehen.

Arbeitgeber zeigen kein Verständnis für Warnstreiks

Wie lässt sich ein Warnstreik in Corona-Zeiten verantworten? Das fragt der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern die Gewerkschaft. Und woher soll das Geld kommen? Vielen Städten und Gemeinden gehe bei steigenden Aufgaben durch Corona und sinkenden Einnahmen die Mittel aus. Die Steuern würden bei weitem nicht mehr so sprudeln wie in den Jahren zuvor.

Gerade im Nahverkehr hätte man das Angebot aufrechterhalten – trotz geringer Zahl an Fahrgästen. Für die Warnstreiks haben die Arbeitgeber deshalb kein Verständnis. Einige Verkehrsbetriebe wollen versuchen, die Folgen für Fahrgäste zu begrenzen. Dafür müssen sie aber erst einmal wissen, wen die Warnstreiks morgen treffen.

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Auch in Bayern müssen sich Bürgerinnen und Bürger auf Streikfolgen in öffentlichen Dienst einstellen. In der zweiten Woche wollen die Gewerkschaften die Aktionen ausweiten. Sie treffen auch Eltern und die, die den Nahverkehr nutzen.

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