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Kita-Öffnung für alle Kinder - mit Hindernissen | BR24

© BR / Moritz Pompl

Stella darf zum ersten Mal wieder ins Haus für Kinder in Moosach und wird von Freundin Olivia und Erzieherin Laura begrüßt.

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    Kita-Öffnung für alle Kinder - mit Hindernissen

    Alle Kinder dürfen wieder in die Kitas Bayerns. Ein Besuch in einer Münchner Kita zeigt: Die Freude bei Kindern und Eltern ist groß, doch die Hygiene- und Verhaltensregeln sind für die Erzieherinnen in der Praxis nicht ganz leicht umzusetzen.

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    Morgens um 7:30 Uhr beginnt der Tag im Haus für Kinder in München Moosach mit einem neuen Ritual: Händewaschen. Nicht mehr nur nach dem Gang auf die Toilette oder vor dem Essen, sondern generell, regelmäßig und vor allem vor dem Betreten des Gruppenraums. "Die Großen kann man alleine gehen lassen, die machen das super, aber bei den Kleinen muss man halt noch mitgehen und gucken, sonst schwimmt der ganze Waschraum", sagt Erzieherin Johanna Schön.

    Strikt getrennte Gruppen sorgen für Probleme bei der Personalplanung

    Das Händewaschen ist nur eine der vielen Herausforderungen die das Kita-Personal mit den Kindern im Regelbetrieb mit Corona-Regeln meistern muss. Eine weitere Schwierigkeit sind die Randzeiten, jetzt da die Kita wieder vollständige Öffnungszeiten anbietet. Denn normalerweise werden die wenigen Kinder, die früh morgens schon da sind, gruppenübergreifend betreut. Das spart Personal, und die Kleinen haben mehr andere Kinder zum Spielen. Aber wegen der Corona-Regeln sollen die Gruppen getrennt voneinander bleiben. Das stellt die Kita-Leitung vor größere Schwierigkeiten bei der Dienstplanung für die Erzieherinnen. Und obwohl das Haus für Kinder der Pfennigparade ein nur vier Jahre alter Neubau ist, gibt das Gebäude gar nicht alles her, was die Vorgaben verlangen: "Da wir nur ein Bad haben - und wir sind zwei Gruppen - ist es bisschen schwierig, weil immer nur eine Gruppe ins Bad darf", berichtet Erzieherin Laura Saleh. Das bedeutet auch regelmäßiges Desinfizieren und die Kinder müssen warten lernen, wenn zwei aus unterschiedlichen Gruppen gleichzeitig auf die Toilette müssen.

    Viele Eltern sind erleichtert

    Für einen Teil der Kinder ist es der erste Kindergartentag nach dreieinhalb Monaten Pause. Das macht sich auch an der Garderobe bemerkbar, wo von einem Mädchen etwa aus dem März noch die Ski-Hose am Haken hängt. Viele Eltern sind erleichtert und freuen sich, dass ihre Kinder nun wieder mehr mit Gleichaltrigen spielen können. Den Kindern, die zum ersten Mal wieder da sind, merken die Erzieherinnen an, dass sie noch etwas Eingewöhnungsphase brauchen. "Viele sind einfach noch ein bisschen zurückhaltend und brauchen Zeit zum Ankommen", sagt Laura Saleh.

    Regeln sind bei Kleinkindern in der Praxis schwierig einzuhalten

    15 Seiten umfasst das ab dem 1. Juli gültige Hygiene-Regelwerk für die bayerischen Kindertagesstätten im Corona-Regelbetrieb. Für Hausleiterin Anna Wiedenmann war es in den vergangenen Wochen allein schon eine Herausforderung, die fast 30 Leute in ihrem Team auf dem Laufenden zu halten. Ganz zu schweigen davon, Abstandsregeln zum Beispiel beim Übernehmen der Kinder von den Eltern einzuhalten: "Die Kinder brauchen Nähe, gerade die kleinen Krippenkinder. Und wenn die jetzt nach über drei Monaten Pause wieder zu uns kommen und wir sie nicht bei der Übergabe auf den Arm nehmen können, ist das natürlich in der Praxis sehr schwer umsetzbar", so Wiedenmann. Außerdem berichtet die Kita-Leiterin von unterschiedlichen Vorgaben aus den verschiedenen zuständigen Ministerien. Trotzdem trägt jede Einrichtung selbst die Verantwortung für die Einhaltung der Hygiene- und Verhaltensregeln.

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