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Mariensäule in München
© dpa-Bildfunk/Hörhager

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Alkyone Karamanolis
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Mariensäule in München

Es ist zu viel schief gelaufen in den vergangenen Jahren. Der Finanzskandal in Eichstätt, bei dem über 50 Millionen Euro veruntreut wurden, aber auch der Missbrauchsskandal mit mehreren Tausend Betroffenen. Das Votum der Bevölkerung ist eindeutig: Die katholische Kirche muss sich ändern.

Verwaltungsprofi als Leiter oder Leiterin

Daraus zieht die Katholische Kirche Konsequenzen. Im Erzbischöflichen Ordinariat gibt es das Privileg nicht mehr, dass ein Geistlicher die Leitung hat. Das Bistum engagiert für die Leitung einen Verwaltungsprofi, egal ob Mann oder Frau. sagt Generalvikar Peter Beer.

"Einer der Hauptgründe wird schon seit längerer Zeit diskutiert. Wie kann man gemeinsam Kirche gestalten? Das bedeutet, Einflussmöglichkeiten, die mit Macht verbunden sind, zu teilen und dementsprechend zu besetzen." Peter Beer, Generalvikar

Bemerkenswerter Schritt

Auch im Bistum Eichstätt will Bischof Hanke nach dem Finanzskandal keinen Geistlichen mehr an der Spitze. Im Münchner Erzbistum soll der neue Posten in einem Jahr besetzt werden. Ein bemerkenswerter Schritt, findet Hiltrud Schönheit vom Katholikenrat. Der Pfarrverband Feldkirchen-Höhenrain-Laus praktiziert das bereits im Kleinen – im Rahmen eines Modellprojekts. Seit Januar stehen dem Priester zwei Pastoralreferenten zur Seite, die für die Leitung der Pfarrei mitverantwortlich sind – sogar im Verwaltungsvorstand. Entscheidungen werden nun im Team gefällt, erklärt Pastoralreferentin Judith Seipel.

Zweifel angebracht

Ob das im Erzbischöflichen Ordinariat auch so sein wird, muss sich erst zeigen. Denn die Dienstaufsicht bleibt beim Generalvikar, also einem Geistlichen. Das sei kirchenrechtlich nicht anders möglich, heißt es dort.

Nach den jüngsten Fällen von Machtmissbrauch sind Zweifel zumindest angebracht. Die Vorsitzende des Katholikenrats wünscht sich ohnehin noch weitergehende Veränderungen:

"Machtmissbrauch ist immer möglich, wo Menschen sind, man wird es durch die besten Regelungen nicht verhindern können, aber es geht darum, dass wir Strukturen haben, die bestmöglichst einer gerechten Verteilung von Einflussmöglichkeiten und Gestaltungsmöglichkeiten entspricht." Hiltrud Schönheit, Katholikenrat

Kirche (Symbolbild)

Kirche (Symbolbild)

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Alkyone Karamanolis

Sendung

Bayern 2 am Samstagvormittag vom 08.12.2018 - 10:16 Uhr