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Kirchenstreik-Gegner in Bayern: "Maria braucht kein Update" | BR24

© picture alliance/Carsten Linnhoff/dpa

Frauen demonstrieren für mehr Teilhabemöglichkeiten in der katholischen Kirche.

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Kirchenstreik-Gegner in Bayern: "Maria braucht kein Update"

Tausende katholische Frauen der Initiative "Maria 2.0" demonstrieren diese Woche für mehr Teilhabe. Dagegen hat eine Katholikin aus dem Bistum Augsburg "Maria 1.0" ins Leben gerufen: "Maria braucht kein Update", heißt es auf ihrer Internetseite.

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Am Wochenende haben Tausende katholische Frauen in ganz Deutschland einen einwöchigen Kirchenstreik begonnen. Es ist ein Protest gegen die männerdominierte Kirche. Die Bewegung "Maria 2.0" fordert von den Bischöfen mehr Verantwortung und Ämter für Frauen. Ausgehend vom Bistum Augsburg formiert sich nun Widerstand.

Keine Gegenbewegung, sondern eine "Fürbewegung zu Gott"

Die 33-jährige Lehrerin Johanna Stöhr aus dem oberbayerischen Schongau hat eine Homepage mit dem Titel "Maria 1.0" erstellt. Dort heißt es: "Maria braucht kein Update".

"Ich möchte damit zeigen, dass es auch Frauen gibt, die treu zur Lehre der Kirche halten." Johanna Stöhr gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur KNA

Die Homepage solle ein Sprachrohr für diese Gläubigen sein. "Ich möchte keine Gegenbewegung zu 'Maria 2.0' starten, sondern eine Fürbewegung zu Gott", ergänzte Stöhr. "Meine Intention ist es, dass die Menschen wieder auf die Knie gehen und um Bekehrung beten."

"Göttliche Ordnung": Frau nicht als Priesterin vorgesehen

Sie könne das Anliegen von "Maria 2.0" zwar durchaus verstehen - "aber nur, wenn man die Kirche als Unternehmen betrachtet", so Stöhr. "Doch die Kirche ist der lebendige Leib Christi. Darin hat jeder Mensch seine Aufgabe. Und als Frau ist es nicht meine Aufgabe, Priester zu werden. Das ist die göttliche Ordnung." Sie selbst engagiere sich für die Kirche vielmehr im Gebet, in der Kolpingsfamilie und vor allem als Ehefrau und zweifache Mutter.

Maria 2.0 - Ruf nach einer Erneuerung der Kirche

Am Wochenende haben Frauen in ganz Deutschland und auch vielerorts in Bayern demonstriert. Sie bestehen gerade nach dem Missbrauchsskandal auf einer Erneuerung der Kirche. Ganz laut ist der Ruf nach der Priesterweihe für Frauen. Die Protestaktion soll eine Woche dauern. In dieser Zeit wollen die Frauen keine Kirchen betreten und ihre Ehrenämter ruhen lassen.

"Maria 2.0" ist als Initiative im Bistum Münster entstanden und hat sich zu einer bundesweiten Protestwelle entwickelt. Anhänger hat sie inzwischen sogar über Deutschland hinaus gefunden. Die Initiatorinnen berichten, dass sie positive Rückmeldungen aus Österreich und selbst aus den USA bekommen haben.

© BR

Die Frauen in der katholischen Kirche in Deutschland sammeln sich gerade - um für mehr Rechte zu kämpfen! Jetzt haben sie zu einer Woche Kirchenstreik aufgerufen - und treffen sich zu Aktionen.