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Kirchenkritiker und Biker-Pfarrer Breitenbach gestorben | BR24

© BR/Wolfgang Siebenbürger

Der Gruß des Müllmanns war ihm wichtiger als der Segen des Bischofs: In der Nacht ist der bekannte und kirchenkritische Pfarrer Roland Breitenbach aus Schweinfurt gestorben. Wenn nötig, kritisierte er den Würzburger Bischof oder sogar den Papst.

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Kirchenkritiker und Biker-Pfarrer Breitenbach gestorben

Der Gruß des Müllmanns war ihm wichtiger als der Segen des Bischofs: Nun ist der bekannte Pfarrer Roland Breitenbach aus Schweinfurt gestorben. Wenn nötig, kritisierte er sogar den Papst. Tausende Motorradfahrer kamen zu seinen Gottesdiensten.

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Im Alter von 84 Jahren ist der katholische Pfarrer Roland Breitenbach heute Nacht im Schweinfurter Krankenhaus St. Josef gestorben. Das hat der Bayerische Rundfunk aus seiner ehemaligen Pfarrgemeinde St. Michael erfahren. Der Geistliche lag nach einem erlittenen Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus. Woran er genau gestorben ist, ist noch nicht bekannt.

© BR Fernsehen

Der Gruß des Müllmanns war ihm wichtiger als der Segen des Bischofs: Nun ist der bekannte Pfarrer Roland Breitenbach aus Schweinfurt gestorben. Wenn nötig, kritisierte er sogar den Papst. Tausende Motorradfahrer kamen zu seinen Gottesdiensten.

Breitenbach bekannt für Kirchenkritik

Roland Breitenbach war für seine charismatischen Gottesdienste bekannt. Er kritisierte – wenn er der Ansicht war, dass das nötig ist – den Würzburger Bischof oder sogar den Papst. Papst Franziskus schickte er eines seiner zahlreichen Bücher. Sein Credo war: Nicht aus der Kirche austreten, sondern engagiert auftreten und Kritik äußern.

Tausende Besucher bei Motorrad-Gottesdiensten

2013 hielt er seinen letzten, damals 37., Motorrad-Gottesdienst ab. Mehrere tausend Motorradfahrer aus ganz Nordbayern kamen regelmäßig zu seinen Motorrad-Gottesdiensten. Zu seinem letzten fuhren alleine 1.200 Biker aus Würzburg nach Schweinfurt.

© BR/Norbert Steiche

Zu den Motorrad-Gottesdiensten von Roland Breitenbach waren tausende Biker gekommen.

© BR/Norbert Steiche

Bis 2013 hat der Priester diese Gottesdienste regelmäßig abgehalten.

© BR/Norbert Steiche

Alle waren sie Fans des beliebten Pfarrers.

© BR/Norbert Steiche

Pfarrer Breitenbach ist auch selbst auf dem Motorrad mitgefahren.

Schwerer Fahrrad-Unfall im Jahr 2014

Im Oktober 2014 war Breitenbach vom Fahrrad gestürzt und erlitt lebensgefährliche Kopfverletzungen. Er war mehrfach operiert worden und lag im künstlichen Koma. Gut ein Jahr später hielt er – unterstützt von Laien – wieder Gottesdienste ab.

"Ehe-TÜV", Büttenreden, Sozial-Café

Breitenbach war auch bekannt für seine Ehevorbereitungsseminare, den von ihm erfundenen "Ehe-TÜV", seine Büttenpredigten an Fasching und sein soziales Engagement. 1997 hatte er das Café Löwenzahn gegründet. Dort hat er Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen einen Job gegeben und rein vegetarische Gerichte angeboten.

Geboren in Chemnitz, Leben in Unterfranken

Breitenbach war am 7. August 1935 in Chemnitz zur Welt gekommen. Aufgewachsen ist er in Aschaffenburg, wo er Oberministrant war und Stadtjugendführer der katholischen Jugend. Nach dem Abitur wollte er eigentlich Journalist werden, entschied sich aber für ein Theolgie-Studium in Würzburg. 1963 war er dort zum Priester geweiht worden.

Er war Pfarrer in Retzstadt (Lkr. Main-Spessart) und Schweinfurt, Religionslehrer und in der Jugendarbeit und Seelsorge tätig. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht, zum Beispiel "Zeit des Glücks" und "Der kleine Bischof". Außerdem hat er regelmäßig Artikel für unterfränkische Zeitungen geschrieben.

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