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Kirchenjugend will keine schwarz geschminkten Sternsinger mehr | BR24

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Kann die Darstellung der Heiligen Drei Könige mit dem schwarzen Melchior rassistisch sein? Über diese Frage ist eine Debatte entbrannt. Entfacht hat sie eine Kirchengemeinde in Ulm. Jetzt bekommen die Könige prominente Unterstützung.

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Kirchenjugend will keine schwarz geschminkten Sternsinger mehr

Der Brauch, einen der Sternsinger schwarz zu schminken, könnte als rassistisch empfunden werden. Deshalb empfiehlt der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistum Bamberg, beim Sternsingen darauf zu verzichten.

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Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistum Bamberg empfiehlt, beim Sternsingen auf schwarz geschminkte Kinder zu verzichten.

"Das könnte als rassistisch empfunden werden." Eva Russwurm, BDKJ-Diözesanvorsitzende

Gerade in den USA gebe es eine lange und unrühmliche Tradition des Blackfacing. Davon distanziere man sich ausdrücklich. Der BDKJ stehe für eine offene und tolerante Gesellschaft, so Eva Russwurm, die BDJK-Diözesanvorsitzendem der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Alter Brauch als verdeckte Form der Diskriminierung

Der alte Brauch, Herkunft und Hautfarbe gleichzusetzen, passe nicht mehr in die Gegenwart. "Kinder und Jugendliche sollten als Sternsinger so gehen, wie sie sind. Das zeigt die Vielfalt in unserem Erzbistum", sagte Russwurm. Die Verbandsvorsitzende schloss sich damit der Position des Kindermissionswerks "Die Sternsinger" an. In der Debatte um offene und verdeckte Formen von Diskriminierung war zuletzt auch der Brauch des Dreikönigssingens in die Kritik geraten.

Tradition des Spendensammelns

Immer um den 6. Januar herum ziehen Kinder und Jugendliche verkleidet als Weise aus dem Morgenland von Haus zu Haus und werben um Spenden für notleidende Altersgenossen in aller Welt. Bisher wurde dabei in vielen Gruppen ein Kind schwarz geschminkt, es sollte den König aus Afrika repräsentieren. Einen biblischen Hintergrund hat diese Tradition nicht.

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