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Kirchenasyl: Diözesanrat von Bamberg solidarisch mit Äbtissin | BR24

© BR/Carlo Schindhelm

Mit Äbtissin Mechthild Thürmer zeigt sich der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Bamberg beim Kirchenasyl solidarisch.

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    Kirchenasyl: Diözesanrat von Bamberg solidarisch mit Äbtissin

    Der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Bamberg zeigt sich beim Streitthema Kirchenasyl solidarisch mit Äbtissin Mechthild Thürmer. Diese hatte in ihrem Kloster eine Frau aus Eritrea aufgenommen und so vor dem Zugriff der Behörden bewahrt.

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    Um nicht abgeschoben zu werden, flüchten immer wieder Asylbewerber in Kirchen und Klöster. Auch die Äbtissin des Benediktinerinnenklosters Kirchschletten bei Bamberg hatte eine Frau aus Eritrea aufgenommen und dafür eine Geldstrafe von 2.500 Euro kassiert, aber nicht bezahlt. Der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Bamberg zeigt sich nun solidarisch mit Äbtissin Mechthild Thürmer.

    Für den Diözesanrat steht Kirchenasyl für Nächstenliebe

    Bei der Gewährung von Kirchenasyl handele es sich nicht um Missachtung staatlichen Rechts, sondern um den Schutz von Menschen vor lebensbedrohlichen Gefahren, teilte der Diözesanrat mit. Der Schutz bedrohter Menschen sei praktizierende Nächstenliebe, heißt es in der Pressemitteilung der Laienvertretung im Erzbistum Bamberg weiter. Außerdem entspreche die Gewährung von Kirchenasyl dem Selbstverständnis der Kirchen als Nachfolgegemeinschaft Jesu.

    Äbtissin erhielt Strafbefehl vom Amtsgericht Bamberg

    Äbtissin Mechtild Thürmer hatte im Oktober 2018 der Frau aus Eritrea Kirchenasyl gewährt. Die 1996 geborene Afrikanerin war über Italien nach Deutschland gekommen. Wegen Beihilfe zum illegalen Aufenthalt erhielt Äbtissin Mechthild Thürmer vom Amtsgericht Bamberg einen Strafbefehl über 2.500 Euro. Sie habe die Geldstrafe nicht bezahlt, weil sie den Aufenthalt der Eritreerin unter anderem dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gemeldet habe, betonte die Äbtissin gegenüber dem BR.

    Frau aus Eritrea hat Kirchenasyl verlassen

    Daraufhin setzte das Amtsgericht einen Verhandlungstermin an, der aber zwei Mal verschoben und mittlerweile ausgesetzt worden sei, so die Äbtissin. Nach einem Jahr verließ die Frau im November 2019 das Kirchenasyl im Kloster Kirchschletten. Demnach halte sie sich in einer Unterkunft in Bayern auf, in der Nähe ihres Mannes, dessen Asylantrag genehmigt worden sei.

    Asylbewerberin sollte nach Italien ausreisen

    Nach Angaben des Diözesanrats der Katholiken sollte die Frau aus Eritrea von Deutschland nach Italien ausreisen, ihrem Erstankunftsland in der EU. Dort sei sie jedoch vergewaltigt worden, so ein Sprecher des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Bamberg. Ihre Solidaritätserklärung mit Äbtissin Mechthild Thürmer, die der Frau aus Eritrea Kirchasyl gewährt hatte, ließ der Diözesanrat auch dem bayerischen und deutschen Innenminister zukommen lassen.

    Auch Bischöfe zeigen sich solidarisch mit Äbtissin

    Solidarisch mit der Äbtissin des Benediktinerinnenklosters Kirchschletten hatten sich die bayerischen Bischöfe gezeigt. Sie sprachen sich gegen strengere Regeln für das Kirchenasyl für Flüchtlinge aus. "Da glauben Leute, wir verstecken die irgendwo im Keller. Das ist nicht richtig", betonte der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz, der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx, Ende Oktober. Für den bayerischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ist Kirchenasyl ein Ausdruck christlicher Nächstenliebe.

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