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Kirchen weihen Beratungsstelle in Kitzinger Notwohngebiet ein | BR24

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Im Notwohngebiet in Kitzingen ist heute eine neue Sozialberatung offiziell eingeweiht worden. Träger des Projektes sind Caritas und Diakonie. Das Notwohngebiet hat in den letzten Jahren bundesweit für Negativschlagzeilen gesorgt.

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Kirchen weihen Beratungsstelle in Kitzinger Notwohngebiet ein

Im Notwohngebiet in Kitzingen ist heute eine neue Sozialberatung offiziell eingeweiht worden. Träger des Projektes sind Caritas und Diakonie. Das Notwohngebiet hat in den letzten Jahren bundesweit für Negativschlagzeilen gesorgt.

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Seit einem halben Jahr sind bereits täglich zwei Sozialpädagoginnen im Kitzinger Notwohngebiet vor Ort. Sie kümmern sich um die derzeit 105 Bewohner, bei der Job- oder Wohnungssuche, bei Behördenschreiben oder Justiz-Auflagen. Knapp 50 Bewohner werden regelmäßig betreut. Außerdem ist nun ein fest angestellter Hausmeister da. Vor allem das Problem Vandalismus ist nun spürbar besser geworden.

Das Notwohngebiet: Billige "Schlichtwohnungen" aus den 1960ern

Das Kitzinger Notwohngebiet sorgte in den letzten Jahren sogar bundesweit für Negativschlagzeilen. Es besteht aus sogenannten Schlichtwohnungen aus den 1960er Jahren. Sie erfüllen kaum heutige Wohnansprüche und haben teils keine Bäder oder Toiletten. Allerdings kosten die Wohnungen nur etwas mehr als 100 Euro pro Monat. Im Notwohngebiet leben Langzeitmieter, die dort für wenig Geld wohnen, aber auch viele Obdachlose, die von der Stadt eine Wohnung bekommen haben, dann aber als Dauermieter bleiben.

Stadtrat will über Sanierung oder Abriss entscheiden

Im vergangenen Sommer hatte der Kitzinger Stadtrat Caritas und Diakonie mit der sozialen Betreuung beauftragt. 207.000 Euro sind dafür auf zwei Jahre veranschlagt. 120.000 Euro zahlt die Stadt Kitzingen, 60.000 der Landkreis - den Rest teilen sich Caritas und Diakonie.

Mit der neuen Sozialbetreuung will die Stadt Kitzingen nun für bessere Verhältnisse sorgen. Bis zum Sommer soll außerdem ein Konzept vorliegen zur Frage, wie es mit dem Notwohngebiet weitergeht. Der Stadtrat will dann über verschiedene Möglichkeiten diskutieren - von einer Sanierung der vier Wohnblöcke bis hin zu Abriss und Neubau.

Warmes Wasser nur am Waschbecken

Trotz Frühlingsfest dürfte die Stimmung bei rund 30 Bewohnern des Notwohngebietes nicht gut sein. Sie haben in ihren Wohnungen nur kaltes Wasser. Vor Weihnachten hatte der Kitzinger Stadtrat den Bau von Gemeinschaftsduschen beschlossen. Weil die aber statt der geschätzten 60.000 Euro nun 183.000 Euro kosten würden, hat sich der Stadtrat im März für eine günstigere Lösung entschieden. Die 30 Wohnungen werden jetzt mit Fünf-Liter-Warmwasserboilern ausgestattet, was 73.000 Euro kostet. Warmes Wasser gibt es dann allerdings nur am Waschbecken.