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Kirche traut sich: So werden homosexuelle Paare gesegnet | BR24

© picture-alliance/Wolfram Kastl

Nicht jedes Jawort in der Kirche ist eine Trauung

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    Kirche traut sich: So werden homosexuelle Paare gesegnet

    Die evangelische Landeskirche hat die mit Spannung erwartete "Handreichung" für Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare veröffentlicht. Auch in Zukunft ist nicht jedes offizielle Jawort in der Kirche auch wirklich eine Trauung.

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    Die evangelische Landeskirche in Bayern hat heute bei der Herbsttagung ihrer Landessynode in Bamberg die mit Spannung erwartete Handreichung für gottesdienstliche Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare veröffentlicht. Bibelworte, Ringwechsel, Jawort, Eheversprechen - alle klassischen Elemente einer kirchlichen Trauung sieht der Vorschlag zur liturgischen Gestaltung des Segnungsgottesdienstes vor. Trotzdem ist der Gottesdienst in den Augen der Kirche keine Trauung.

    Gleichgeschlechtliche Paare dürfen sich segnen lassen - nur wie?

    Das evangelische Kirchenparlament hatte bei seiner Frühjahrstagung 2018 beschlossen, dass gleichgeschlechtliche Paare sich auch ganz offiziell im Sonntagsgottesdienst segnen lassen dürfen. Bislang war allerdings unklar, wie diese Segnungsgottesdienste ablaufen sollen. Die Handreichung soll nun für Klarheit darüber sorgen, "was bei einer solchen Segnung in theologischer, kirchenrechtlicher und kommunikativer Hinsicht zu bedenken ist", so Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel in einem gemeinsamen Vorwort.

    Nicht jedes Jawort ist auch eine Trauung

    Vor allem die Frage, wie der Unterschied zur kirchlichen Trauung heterosexueller Paare sichtbar gemacht werden soll, war im Vorfeld der Veröffentlichung stark umstritten, ist doch die kirchliche Trauung nach evangelisch-theologischem Verständnis auch nichts anderes als ein Segnungsgottesdienst anlässlich einer standesamtlich bereits vollzogenen Eheschließung - spätestens seit Einführung der Ehe für alle.

    Kritiker beharren jedoch darauf, eine Ehe sei nur zwischen Mann und Frau möglich, gleichgeschlechtliche Partnerschaften widersprächen hingegen einem biblisch begründeten Eheverständnis. Pfarrer, die eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare nicht mit ihrem Glauben vereinbaren können, dürfen Paaren eine Segnung auch in Zukunft verweigern, indem sie sich auf ihren "Gewissenschutz" berufen.