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Eingang des Erzbischöflichen Ordinariats in München
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Alkyone Karamanolis
Martin Jarde
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Eingang des Erzbischöflichen Ordinariats in München

Bislang fungiert ein geweihter Priester im Amt des Generalvikars als allgemeiner Vertreter des Erzbischofs auch als oberster Chef des Erzbischöflichen Ordinariats. Dieses Amt und die damit verbundenen Aufgaben und Funktionen werden aufgeteilt. Eine Amtschefin oder ein Amtschef wird nun die operative Verwaltungstätigkeit eigenständig leiten, ein Priester als Generalvikar wird sich um thematische, inhaltliche und theologische Fragen kümmern.

Modellprojekt: kooperative und kollegiale Leitung

Seit Anfang 2018 läuft in der Erzdiözese München und Freising ein Modellprojekt: Weltliche Frauen und Männer in kirchlichen Leitungspositionen, die die Pfarrei gemeinsam mit dem Pfarrer als Team leiten. Eine davon ist Pastoralreferentin Judith Seipel im Pfarrverband Feldkirchen-Höhenrain-Laus. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk erklärt sie, wie das Modellprojekt "kooperative, kollegiale Leitung" aussieht und was sich dadurch in den Pfarreien ändert.

Frau Seipel, was bedeutet "kooperative und kollegiale Leitung"?

Es bedeutet, dass künftig ehrenamtliche und hauptamtliche Frauen und Männer gemeinsam ein Team bilden. Momentan sieht das noch so aus, dass wir, zwei Pastoralreferenten und ein Priester, uns die Leitung teilen. Ehrenamtliche zu suchen, die sich hier mit einbringen, ist ein Teil des Projekts.

Was waren die ersten Schritte des Projekts, die Sie unternommen haben?

Wir haben zuerst ganz grundsätzlich begonnen zu überlegen, was es heißt, eine Pfarrei zu leiten. Der Pfarrer hatte seine Leitungsarbeit bis dahin nicht hinterfragt. Da haben wir begonnen, offen darüber zu reden und sind in einen guten Austausch gekommen. Wir haben auch die Pfarrgemeinderäte eingebunden und gefragt, was sie denken, welche Aufgaben für den Pfarrer zur Gemeindeleitung gehören.

Hat dies schon erste Auswirkungen gezeigt in der Gemeinde?

Die Dynamik in der Gemeinde hat sich auf mehreren Ebenen verändert. Wer eine Frage an den Pfarrer hat, findet viele Ansprechpartner. Die Leute merken langsam, dass nicht alles der Pfarrer regeln muss, sondern dass es weitere verlässliche Ansprechpartner gibt. Der Pfarrgemeinderat ist nicht einfach nur ein Beratergremium, sondern es gibt einen gemeinsamen Denkprozess und Entscheidungen werden gemeinsam getroffen und auf Augenhöhe überprüft.