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Kirche in Zeiten von Corona: Turmblasen und Online-Predigten | BR24

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Wegen des Corona-Virus sind alle Gottesdienste mit Publikum in den Kirchen ausgesetzt. Doch die Kirchen gehen nun neue Wege. Der Bamberger Bischof lässt seinen Gottesdienst filmen und dann in den sozialen Medien verbreiten.

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Kirche in Zeiten von Corona: Turmblasen und Online-Predigten

Auch die Kirchen müssen sich in Zeiten des sich ausbreitenden Coronavirus umstellen. Gottesdienste wurden abgesagt, dafür werden Predigten online übertragen. In Bayreuth erklingt nach dem Glockenläuten der Ordenskirche nun ein Choral vom Kirchturm.

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In Bayreuth erklingt seit diesem Sonntag (22.03.20) nach dem Glockenläuten der Ordenskirche um 09.30 Uhr ein Choral vom Kirchturm. Es ist ein richtiger Gänsehautmoment, wenn Michael Lippert, der Dekanatskantor der Bayreuther Ordenskirche, seine Trompete an die Lippen setzt. Er bläst auf seiner Trompete das jeweilige Wochenlied, auf dem Turm einer leeren Kirche.

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

Zuhörer singen mit

"Uns ist es wichtig in irgendeiner Art und Weise die Zeit zu markieren, in der der Gottesdienst stattfinden würde", so Lippert. Zu hören ist der Choral in allen vier Himmelsrichtungen und schallt bis zum Festspielhaus. An den Fenstern und auch vor den Haustüren rund um die Kirche waren einzelne Zuhörer zu sehen, die teilweise mitgesungen und gebetet haben.

Turmblasen noch bis Ostern

Das Turmblasen in Bayreuth ist noch bis Ostern geplant. "Ich weiß nicht ob es was bringt, aber es macht auf jeden Fall etwas mit dem, der es macht und vielleicht auch mit denen, die es hören", so Dekanatskantor Michael Lippert.

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Auch die Kirchen müssen sich in Zeiten des sich ausbreitenden Coronavirus umstellen. Die Gottesdienste wurden abgesagt. Predigten sind teilweise online zu hören. In Bayreuth erklingt nach dem Glockenläuten der Ordenskirche ein Choral vom Kirchturm.

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Auch Gottesdienste finden zurzeit wegen der Ansteckungsgefahr nicht mehr statt. Die Kirchen bemühen sich trotzdem, die Menschen zu erreichen. Die Bayreuther Ordenskirche sendete heute ein besonderes Zeichen an ihre Gemeinde.

Erste Online-Andacht in Hof

Die größte evangelische Kirche Oberfrankens in Hof hat erstmalig eine Online-Andacht abgehalten und stößt damit bayernweit auf Resonanz. Rund 300 Menschen haben die Online-Andacht an ihren Computern und Handys mitverfolgt. Dies teilt der evangelische Dekan Günter Saalfrank mit.

Live und Online aus St. Michaelis

Am Sonntag (22.03.20) predigte er erstmals live zusammen mit Kirchenmusikdirektor Georg Stanek aus St. Michaelis. "Uns erreichten Rückmeldungen aus verschiedenen Regionen Bayerns", berichtet Dekan Günter Saalfrank. So hätten sich zum Beispiel zahlreiche Familien oder eine Wohngruppe von Menschen mit Behinderungen zusammen die Live-Andacht angeschaut.

"Gott wird uns Widerstandskraft geben"

Saalfrank erinnerte in seiner Predigt an Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, dem zur Zeit des Dritten Reiches ein ideologischer Virus zu schaffen machte. Angesichts des Nationalsozialismus habe er folgendes Bekenntnis formuliert:

"Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben wird, wie wir brauchen." Pfarrer Dietrich Bonhoeffer

Auch Coburg feiert Online-Gottesdienste

Auch die evangelische Kirchengemeinde im Seßlacher Ortsteil Heilgersdorf im Landkreis Coburg feiert ihre Gottesdienste ab sofort online. Am Sonntag (22.03.20) hat Pfarrer Tobias Knötig zum ersten Mal den Gottesdienst aus der Kirche live auf der Video-Plattform YouTube gestreamt.

Gottesdienst als Stück Normalität

Er bedaure sehr, dass Gottesdienste im Zusammenhang mit der Coronakrise ausfallen müssen, sagte Knötig dem Bayerischen Rundfunk. Er verstehe den Gottesdienst als Kern seines Dienstes und wolle den Menschen ein Stück weit Normalität bieten, wenn auch in ungewohnter Form. Er habe sich bewusst dazu entschieden, den Gottesdienst über YouTube live zu feiern, schließlich sei es kein Theaterstück das man aufführe und danach ins Netz stelle.

Über 2.700 Aufrufe

Vor der Premiere sei er unendlich aufgeregt gewesen. Die Rückmeldungen seien durchweg positiv, so Knötig weiter. Bislang hat der Gottesdienst über 2.700 Aufrufe (Stand 23.03.20 / 12.30 Uhr). Auch am nächsten Sonntag (29.03.20) wird der Gottesdienst aus Heilgersdorf wieder live zu sehen sein, Beginn ist dann um 9 Uhr.

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