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Kirche durch Corona vor großen Herausforderungen | BR24

© dpa Picture-Alliance Karl-Josef Hildenbrand

Stift Haug in Würzburg

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    Kirche durch Corona vor großen Herausforderungen

    Veranstaltungen und Versammlungen sind in Bayern bis vorerst 19. April untersagt. Das gilt auch für Gottesdienste. Kirche aber lebt von Gemeinschaft - wie also noch Kirche sein in Zeiten von Corona? Ein Stimmungsbild aus Würzburg.

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    Während das katholische Bistum Würzburg Gottesdienste generell verbietet, formuliert das Evangelisch-Lutherische Dekanat Würzburg nur eine Empfehlung. Grund hierfür sei, so Diakon Walter Weiss, Referent im Dekanat, dass die grundlegende Struktur sich von denen der katholischen Kirche unterscheide: Im Dekanat sei jede Kirchengemeinde eine eigene Körperschaft des öffentlichen Rechts, der nicht von oben befohlen werden könne, wie sie vor Ort entscheide. Allerdings sei klar, dass die rechtliche Vorgabe durch die Allgemeinverfügung gelte, das heißt, hier greife das Veranstaltungs- und Versammlungsverbot durch die Bayerische Staatsregierung.

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    Gotteshäuser bleiben offen

    Auf Seiten des Bistums Würzburg hat Bischof Franz Jung alle Gottesdienste bis zum 19. April per Dekret untersagt, so das Bistum in einer Pressemitteilung. Die Gotteshäuser blieben aber nach Möglichkeit zu den gewohnten Zeiten und unter Beachtung der Hygieneregeln für das persönliche Gebet geöffnet. Beide Kirchen stelle diese Situation vor eine große Herausforderung: Einerseits wolle man natürlich die Infektionsausbreitung eindämmen, andererseits nicht die Leute aus dem Blick verlieren, die im Alltag ohne den Kontakt über die Kirchengemeinde einsam sind.

    Digitale Angebote keine Lösung

    "Für die ist das eine Vollkatastrophe", sagt Diakon Weiss im Gespräch mit dem BR. Die Gemeinden seien deshalb angehalten, neue Wege zu finden, etwa über Telefonangebote, um die Seelsorge vor Ort aufrechtzuerhalten. "Die Zielgruppe, die man besonders erreichen muss, ist nur unter erschwerten Bedingungen erreichbar. Digitale Angebote sind nicht unbedingt die Lösung", so Weiss. Denn Kirche sei nicht nur der Sonntagsgottesdienst, der per Hörfunk oder Fernsehen wahrgenommen werden kann, sondern auch die Gemeinschaft.

    Riesenaufgabe für die Kirche

    Denselben Spagat erlebt auch das Bistum Würzburg: "Das Bistum steht vor der Herausforderung, einerseits den Menschen zur Seite zu stehen, andererseits auch selbst alles zu tun, um die Verbreitung des Virus wenigstens zu verlangsamen. Wir müssen alle Menschen, mit denen wir in Kontakt stehen, ebenso schützen wie auch unser eigenes Personal", schreibt Bischof Jung am Montagnachmittag. Vor allem digitale Angebote seien deshalb nun wichtiger denn je: Bischof Jung oder ein Mitglied des Domkapitels feiern deshalb werktäglich um 12.00 Uhr eine heilige Messe. An den Freitagen wird um 12.00 Uhr der Kreuzweg gebetet.

    Angebot übers Smartphone

    Die genannten nicht öffentlichen Liturgien werden jeweils live auf der Bistumshomepage www.bistum-wuerzburg.de übertragen. Unter dem Motto "vernetzt vertrauen" bietet darüber hinaus die Netzgemeinde "da_zwischen" (www.netzgemeinde-dazwischen.de) tägliche Impulse, aber auch Austausch mit Seelsorgern per Messenger auf dem Smartphone an. Die Netzgemeinde der Bistümer Freiburg, Speyer und Würzburg ist für alle offen. Für die Gestaltung des privaten Gebets stellt das Liturgiereferat der Diözese bis Mittwoch, 18. März, auf der Bistumshomepage Materialien bereit.