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    Kinderpornografie: Mann in Augsburg zu Haftstrafe verurteilt

    586 kinderpornografische und 82 jugendpornografische Schriften hatte er besessen und anderen zugängig gemacht: Deshalb ist ein 33-Jähriger vom Augsburger Amtsgericht verurteilt worden. Der Mann muss für zwei Jahre und sieben Monate hinter Gitter.

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    Von
    • Torsten Thierbach
    • Matthias Lauer

    Ein 33 Jahre alter Mann ist vom Amtsgericht Augsburg zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Die Anklage warf ihm Kindesmissbrauch vor. Der Mann hatte mit zwei Mädchen, die erst acht und zwölf Jahre alt sind, per Video gechattet. Dabei hatten sich die beiden Kinder unter anderem entblößt.

    Massenweise Kinder- und Jugendpornografie gefunden

    Außerdem entdeckten die Fahnder bei dem 33-Jährigen 586 kinderpornografische und 82 jugendpornografische Schriften. Diese hatte der Mann auch anderen zugängig gemacht. Deshalb hat das Augsburger Amtsgericht den Mann am Dienstag zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Wegen einer rechtskräftigen Vorverurteilung muss er insgesamt zwei Jahre und sieben Monate hinter Gitter.

    Immer mehr Kinderpornografie-Delikte

    Im Bereich Kinderpornografie steigen die Zahlen seit Jahren an. Erst Ende Januar wurde bei zwei Großeinsätzen in mehreren Bundesländern belastendes Material sichergestellt. Bei der neu eingerichteten bayerischen Spezialeinheit ZKI in Bamberg sind in diesem Jahr allein bis Mai bereits über 1.400 Verfahren eingegangen - 300 mehr als im gesamten letzten Jahr. Die Spezialeinheit bekämpft nur die schweren Fälle. Die allgemeinen Fallzahlen der Verbreitung, des Erwerbs und Besitzes sowie der Herstellung von Kinderpornografie nahmen 2020 um knapp 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu - auf 2.762.

    "Nach unseren Erkenntnissen steigen Angebot und Nachfrage. Gerade die Anbieter von Kinderpornografie, die mit dem unsäglichen Leid oftmals auch Geschäfte machen, gehören hinter Schloss und Riegel." Innenminister Joachim Herrmann

    Bayern will Betreiber von Plattformen stärker bestrafen

    Unter den 2.762 Fällen waren auch die Betreiber von einschlägigen Online-Plattformen. Hierfür seien die Strafen bisher noch zu gering, beklagte Justizminister Georg Eisenreich: "Ich fordere: Wer eine Internetplattform für Kinderpornografie betreibt, dass der mindestens für drei Jahre hinter Gitter kommt. Und dafür setzen wir uns auf Bundesebene ein."

    Laut Eisenreich kann die Polizei jetzt leichter verdeckte Ermittler einsetzen. Der rechtliche Rahmen dafür sei schon gelockert worden.

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