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Kinderporno-Razzia in Schwaben: Jüngster Tatverdächtiger ist 13 | BR24

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In Schwaben gab Durchsuchungen bei Verdächtigen, die Kinderpornos besessen haben sollen. Darunter waren auch Minderjährige (Symbolbild).

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    Kinderporno-Razzia in Schwaben: Jüngster Tatverdächtiger ist 13

    Die schwäbische Polizei hat Datenträger von Verdächtigen beschlagnahmt, die Kinderpornos besessen haben sollen. Der älteste Beschuldigte ist 68 Jahre alt. Unter den Verdächtigen sind aber auch Kinder und Jugendliche.

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    Mittwochmorgen war es, als die Ermittler der Kriminalpolizei Neu-Ulm bei neun Verdächtigten vor der Tür standen. Der Vorwurf: Besitz und Verbreitung von kinderpornografischem Material. Die Ermittler stellten bei der Razzia 13 Smartphones, Tablets, Laptops, Computer und andere Datenträger sicher. Insgesamt ermittelt die zuständige Staatsanwaltschaft in Memmingen gegen neun Verdächtige, die möglicherweise kinder- beziehungsweise jugendpornografisches Material besessen haben.

    Auch Kinder und Jugendliche unter Beschuldigten

    Unter den Beschuldigten sind fünf Kinder und Jugendliche. Der jüngste Tatverdächtige ist den Ermittlern zufolge 13 Jahre alt, der älteste 68. In einigen Fällen sei man schon fündig geworden, sagte ein Sprecher.

    Informationen aus den USA

    Die Razzia am Mittwoch war nicht der erste Einsatz dieser Art im Raum Neu-Ulm und Günzburg. Drei solcher Razzien hat die Kriminalpolizei seit März dieses Jahres durchgeführt, sagte der Leiter des Kommissariats 1 in Neu-Ulm, Roland Maier, dem BR. Informationen über die vermeintlichen Besitzer des strafbaren Materials bekommen die Dienststellen vor Ort demnach über das Bundeskriminalamt. Und das hat die Informationen von einer Organisation aus den USA, die sich gegen Kinderpornografie einsetzt. Das sogenannte "National Center for Missing & Exploited Children" verfolgt Bilder oder Videos aus dem Netz zurück, zu dem Handy oder Laptop, wo sie gespeichert werden.

    Speicherung kann unbeabsichtigt passieren

    Das könne auch unbewusst und unbeabsichtigt passieren, warnt die Kriminalpolizei: Besonders über WhatsApp-Gruppen mit unbekannten Kontakten könnten solche Dateien quasi unbemerkt in den Speicher der Smartphones gelangen. Teilweise hätten die Beschuldigten die Dateien in sozialen Netzwerken erhalten. Ein solcher Empfang von Dateien ist dort auch unbeabsichtigt möglich.

    Polizei rät Eltern, die Chatverläufe ihrer Kinder zu kontrollieren

    Laut Polizei ist allerdings schon der Besitz solcher Fotos oder Videos strafbar. Die Polizei ruft deswegen Eltern auf, regelmäßig die Chats ihrer Kinder zu kontrollieren. Das Ermittlungsverfahren verläuft laut Kripo immer gleich, unabhängig davon, ob die Jugendlichen schon strafmündig sind oder nicht. Bei der Razzia am Mittwoch zogen die Beamten beispielsweise die betreffenden Handys ein, die dann erst mal bei der Staatsanwaltschaft liegen. Die schwäbische Polizei hatte in den Landkreisen Neu-Ulm und Günzburg neun Häuser durchsucht.

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