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Kinderporno im Klassenchat: "Ein Fass ohne Boden!" | BR24

© BR/Katharina Häringer

An der Mittelschule in Hauzenberg im Kreis Passau sind zum zweiten Mal in wenigen Wochen kinderpornografische Bilder in Whats-App-Klassenchats verschickt worden. Die Polizei spricht von einem Problem an allen Schulen. Der Rektor kündigt Gespräche an.

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Kinderporno im Klassenchat: "Ein Fass ohne Boden!"

An der Mittelschule in Hauzenberg im Kreis Passau sind zum zweiten Mal in wenigen Wochen kinderpornografische Bilder in WhatsApp-Klassenchats verschickt worden. Die Polizei spricht von einem Problem an allen Schulen. Der Rektor kündigt Gespräche an.

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Nachdem zum zweiten Mal an der Mittelschule Hauzenberg kinderpornografische Bilder in WhatsApp-Klassenchats verschickt worden sind, kündigt der Rektor an, das Thema noch mehr in den Unterricht zu integrieren. Die Polizei wertet indessen die Schüler-Handys aus und spricht von einem generellen Schulproblem.

Schulrektor: "Ein Fass ohne Boden"

Es habe zwar bereits viele Vorträge zum Thema Internetkriminalität in den Klassen gegeben, "aber wir werden weiterhin mit den Kindern über dieses Thema sprechen und daran arbeiten", sagt der Hauzenberger Schulrektor Johann Simmerl. Es sei ein Fass ohne Boden. Klassen-WhatsApp-Gruppen, wie es sie bisher gibt, will er an seiner Schule nicht mehr haben.

Er selbst entdeckte das aktuelle Material. Eine Schülerin hatte ihm im Vertrauen den Klassenchat gezeigt – eigentlich wegen eines anderen Fotos. Dabei sah Simmerl das Bild eines nackten Kindes. Er verständigte die Polizei, woraufhin Beamte in die Mittelschule kamen. Sie sammelten die Handys ein und ermitteln jetzt gegen einen 13 und einen 15 Jahre alter Schüler.

Mehrere Fälle in Hauzenberg

Das ist nicht der erste Fall dieser Art in Hauzenberg. Vor drei Wochen wurden an der Mittelschule pornografische Bilder und Videos über WhatsApp verschickt. Eine Schülerin vertraute sich ihren Eltern an, die zum Rektor gingen. Polizisten sicherten Smartphones von einem Mädchen und drei Buben im Alter zwischen 13 und 15 Jahren. Wenige Tage später zeigte an der Hauzenberger Realschule eine Lehrerin ihre Schüler an, weil diese sie über WhatsApp beleidigt haben sollen. Auch hier sammelten Beamte Handys von fünf 13-Jährigen und einer 14-Jährigen ein. Die Ermittlungen laufen.

Günther Tomaschko vom Polizeipräsidium Niederbayern ist es wichtig zu sagen, dass die Häufung in Hauzenberg nichts mit den Schulen dort zu tun hat. "Dieses Problem betrifft alle Schulen gleichermaßen", sagt er. Mittlerweile seien Lehrer wie Schüler sensibilisiert und zeigten die Fälle an.