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Betrug mit Spenden bei der Kinderkrebshilfe | BR24

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Weil sie Spenden für krebskranke Kinder veruntreut haben sollen, müssen sich die Vorstände der Kinderkrebshilfe Bayern e.V. in Augsburg vor Gericht verantworten. Zu den Opfern gehört auch die Familie Weikenstorfer aus Egenburg.

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Betrug mit Spenden bei der Kinderkrebshilfe

Weil sie Spenden für krebskranke Kinder veruntreut haben sollen, müssen sich die Vorstände der Kinderkrebshilfe Bayern e.V. in Augsburg vor Gericht verantworten. Zu den Opfern gehört auch die Familie Weikenstorfer aus Egenburg.

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Die 50 Jahre alte Frau und der 39 Jahre alte Mann sollen über den Verein in Adelsried (Landkreis Augsburg) etwa 167.000 Euro für schwerstkranke Kinder eingesammelt haben, aber nur etwa 15.000 Euro für die eigentlichen Vereinszwecke verwendet haben. Mit dem restlichen Geld habe sich das Ehepaar, das mittlerweile getrennt lebt, "wie von Anfang an geplant" eine Einnahmequelle für sich selbst geschaffen, führte die Staatsanwältin aus.

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Kontrovers berichtete 2017 über den Verein "Kinderkrebshilfe Bayern". Nutzte die Organisation das Leid von Familien mit krebskranken Kindern aus? Zwei Mitglieder wurden wegen Betrugs und Untreue angeklagt. Jetzt hat der Prozess begonnen.

Spenden kamen aus ganz Bayern

Der Verein hatte im Internet und mit Flyern für die Unterstützung von Projekten für krebskranke Kinder geworben. Aus vielen Regionen in Bayern spendeten daraufhin Privatpersonen, Unternehmen, Vereine und Kirchengruppen an den Verein, teilweise jeweils Tausende Euro. Bei den Kinderkrebsprojekten kamen dennoch nur vereinzelt Überweisungen an.

Die Familie zweier an Leukämie erkrankter Zwillingsbrüder sah kaum etwas von den Spendengeldern. Und das, obwohl die Kinderkrebshilfe Bayern auf ihrer Webseite mit einem Foto der Familie um Spenden warb. Die Eltern wurden daraufhin misstrauisch und baten den Verein darum, die Fotos von der Seite zu nehmen. Doch noch Monate später waren die Bilder ihrer Söhne auf der Webseite zu finden.

Werbung mit Fotos krebskranker Kinder

Die Masche der Angeklagten soll dabei vor allem auf die Gefühle von Spendern abgezielt haben. Sie stellten Fotos von krebskranken Kindern auf ihre Internetseite und hofften so, die Spendenbereitschaft zu erhöhen. Zwischen Januar 2016 und Oktober 2017 sollen die Zwei so Spender getäuscht haben.

Rund 250 Betrugsfälle listet die Anklage auf. Das Urteil gegen die beiden Vorstandsmitglieder soll am 14. Februar fallen. Das Amtsgericht hat zwei Verhandlungstage angesetzt.