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Kinderarzt will reinen Tisch machen | BR24

© picture-alliance/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Der wegen mehrfachen Kindesmissbrauchs angeklagte Kinderarzt Harry S. am ersten Verhandlungstag im Augsburger Landgericht

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    Kinderarzt will reinen Tisch machen

    Im Augsburger Missbrauchsprozess gegen einen Kinderarzt hat der Angeklagte am Vormittag zum Fall Jayden in Garbsen bei Hannover ausgesagt. Der 40-jährige Harry S. hatte damals als Arzt in Hannover gearbeitet.

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    Zum Verhandlungsbeginn sagte der Angeklagte, dass er reinen Tisch machen wolle und schilderte dann, wie er den fünf Jahre alten Jayden im August letzten Jahres auf der Straße angesprochen hat. Er habe dem Jungen ein Geschenk versprochen, etwa Playmobil, damit er mitkam. 

    Zu Hause angekommen habe er ihn in eine Superman- oder Spiderman-Decke eingehüllt und das Kind in seine Wohnung im zweiten Stock getragen. Dort habe er dem Jungen ein Schlafmittel gegeben, mit ihm gebadet und gespielt und ihn sexuell missbraucht. Davon habe er auch Fotos gemacht. Später habe er das weinende und betäubte Kind wieder ins Auto getragen und Jayden in der Nähe einer Schule ausgesetzt.

    Dass er den Jungen beleidigt oder gebissen hat, bestritt der Angeklagte. Das hatte Jayden bei seiner Vernehmung angegeben.

    Wie geht es weiter?

    Am Nachmittag vernimmt das Gericht noch Zeugen zu anderen Missbrauchstaten des Kinderarztes. In der kommenden Woche werden die Eltern des mittlerweile sechs Jahre alten Jayden in Augsburg aussagen. Der Angeklagte hat dem Kind bereits 8.000 Euro Schmerzensgeld bezahlt. Der Prozess selbst soll noch bis März nächsten Jahres dauern.     

    Von
    • Sylvia Winter
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