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Kinderarzt: Regelbetrieb darf Schulen nicht zu Hotspots machen | BR24

© pa / dpa / Peter Kneffel

Viertklässler betreten die Münchner Klenzeschule

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    Kinderarzt: Regelbetrieb darf Schulen nicht zu Hotspots machen

    Für September peilt die Staatsregierung Regelbetrieb an Bayerns Schulen an. Der Ärztliche Direktor des Haunerschen Kinderspitals in München, Christoph Klein, hält das für möglich - wenn die Regeln beachtet werden.

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    Der Ärztliche Direktor des Haunerschen Kinderspitals in München geht davon aus, dass das Ansteckungsrisiko durch Covid-19 auch nach den Sommerferien noch ein Problem sein wird. Im Interview mit B5 aktuell sagte der Mediziner:

    "Ich persönlich glaube, dass uns die Bedrohung durch Covid-19 noch begleiten wird, eine ganze Weile - ganz bestimmt am Ende der Ferien, so dass Hygienemaßnahmen absolut wichtig und essentiell sind." Christoph Klein, Ärztlicher Direktor des Haunerschen Kinderspitals der LMU München

    Hygienemaßnahmen unerlässlich

    Wie diese Maßnahmen jeweils umgesetzt werden könnten, das müsse an die zeitlichen Gegebenheiten angepasst werden und hänge auch von der Architektur der einzelnen Schulen ab, so Christoph Klein. Grundsätzlich gelte aber, dass Klassenzimmer nicht überfüllt sein dürfen und sich dort möglichst keine Kinder mit respiratorischen Infekten aufhalten sollten. Kinder müssten lernen, wie einfache Hygiene-Maßnahmen einzuhalten sind - und sie seien dazu auch durchaus in der Lage, so der Mediziner.

    Alle Infos zum Coronavirus finden Sie hier.

    "Wir wissen vieles noch nicht"

    Ob der Plan der Kultusministerkonferenz, im Herbst zum Regelbetrieb an Schulen zurückzukehren, umgesetzt werden könne, hänge vom Infektionsgeschehen ab, so Klein. Wörtlich sagte er: "Die Verantwortlichen stehen vor der großen Herausforderung, dass wir vieles noch nicht wissen."

    Gleichzeitig wies der Mediziner darauf hin, dass Kinder erfahrungsgemäß weniger durch Covid-19 bedroht sind als ältere Menschen:

    "Wir gehen eigentlich heute davon aus, dass die Ansteckungsgefahr von Kindern, von kleinen Kindern insbesondere, weniger hoch ist als die Ansteckungsgefahr von Jugendlichen und jungen Erwachsenen." Christoph Klein, Ärztlicher Direktor des Haunerschen Kinderspitals der LMU München

    Eine Schule könnte zum Hotspot werden

    Trotzdem müsse Vorsorge getroffen werden, damit möglichst keine neuen Hotspots für Corona-Erkrankungen entstehen: "Die große Sorge, die die Politik umtreibt, die auch viele Eltern umtreibt und uns Ärzte auch: Es könnte eine Schule ein solcher Hotspot sein."

    Studie soll neue Erkenntnisse bringen

    Mediziner stünden oft vor der Herausforderung, wenig zu wissen und dennoch Empfehlungen aussprechen zu müssen, so Klein. Da dies nicht aus dem Bauch heraus, sondern auf der Basis von Zahlen, Daten und Fakten geschehen müsse, würden Studien gestartet, um diese Fakten zu generieren.

    Professor Klein leitet die neue Studie "Covid Kids Bavaria". Ihre Aufgabe ist es, die Schulöffnungen in Bayern wissenschaftlich zu begleiten. Im Rahmen einer Allianz aller bayerischen Universitätskinderkliniken arbeiten Wissenschaftler im Freistaat flächendeckend an Grundschulen und Kinderbetreuungseinrichtungen. Dabei geht es generell um die Entwicklung des Infektionsgeschehens und um die Frage, wie sich Covid-19 ganzheitlich auf die Gesundheit von Kindern auswirkt. Sollten sich Kinder infizieren, dann wird laut Professor Klein eng mit den Gesundheitsbehörden zusammengearbeitet, um die entsprechenden Daten zu generieren.

    "Wir hoffen natürlich, dass wir keinen einzigen Fall finden werden. Das Wichtigste ist, dass es den Kindern gut geht." Christoph Klein, Ärztlicher Direktor des Haunerschen Kinderspitals der LMU München

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