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Wie kommen Kinder mit Corona-Infektionen klar? Überstehen sie sich weitgehend folgenlos, sind sie gar nur stille Überträger? Oder ist Covid-19 auch für Kinder gefährlich? Das versuchen Forscher der Augsburger Uniklinik in einer Studie zu ergründen.

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Kinder und Corona: Augsburger Uniklinik startet Studie

Wie kommen Kinder mit Corona-Infektionen klar? Überstehen sie diese weitgehend folgenlos, sind sie gar nur stille Überträger? Oder ist Covid-19 auch für Kinder gefährlich? Das versuchen Forscher der Augsburger Uniklinik in einer Studie zu ergründen.

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Von
  • Barbara Leinfelder

Für die neunjährige Clara aus Neusäß ist es eine Premiere: Sie nimmt an einer Studie der Uniklinik Augsburg teil. Die Forscher wollen unter anderem herausfinden, wie stark Kinder und Jugendliche an der Ausbreitung des Coronavirus beteiligt sind.

Schwere Entzündungsreaktionen bei Kindern

Zwar gelten Kinder bislang nicht als Infektionstreiber, aber den Medizinern macht eines Sorgen: eine plötzliche Entzündungsreaktion, genannt "PIMS". Das steht für die englische Bezeichnung "Paediatric Inflammatory Multisystem Syndrom", ein Multi-Entzündungssyndrom. An die zehn Kinder mussten an der Uniklinik Augsburg bereits mit diesem schwerem Krankheitsbild behandelt werden. Sie hatten beispielsweise weitreichende Entzündungen, hohes Fieber und Herzprobleme.

Symptome treten plötzlich auf

"Das kommt aus heiterem Himmel", berichtet Michael Frühwald, der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Bei manchen der jungen Patientinnen und Patienten haben die Ärzte hinterher festgestellt, dass sie eine leichte Covid-Infektion hatten. "Die hatten vielleicht ein bisschen Schnupfen", sagt Frühwald. Die Kinder hätten sich beispielsweise beim kranken Vater angesteckt. "Wir hatten aber auch Patienten, die nie nachgewiesen eine Infektion hatten", so der Mediziner. Bei diesen Kindern seien dann plötzlich hohe Antikörper-Titer gegen Covid-19 festgestellt worden, die mit diesem Immunsyndrom auftreten. "Die Kinder wurden dann schwer krank."

500 Kinder sollen untersucht werden

Um die Zusammenhänge aufzuklären, setzen die Wissenschaftler auf die Studie "Augsburg plus". Etwa 500 Kinder sollen im Zuge des Projekts mehrfach getestet werden. Der Teilnehmerkreis ist bunt gemischt, die Mädchen und Jungen stammen aus Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen.

Neunjährige will Forschern helfen

Bei Studien-Teilnehmerin Clara ist es heute nur ein Piks in die Fingerbeere, dem inneren vorderen Teil des Fingergliedes. Kein Problem für die Neunjährige: "Ich wollte da gern mitmachen, weil ich mich auch für Forschung interessiere. Das fand ich toll." Ihr Anliegen: die Ärzte zu unterstützen, die den Kindern helfen.

Forscher suchen weitere Kinder für Corona-Studie

Die Augsburger Forscher suchen für die Studie noch weitere junge Freiwillige, vor allem Mädchen und Buben im Grundschulalter. Viele Fragen sind nämlich noch offen. Wie etwa wirken sich die Öffnungen von Kitas und Schulen aus? Welche Hygienepläne schützen am besten vor einer Ansteckung? Brauchten gerade die Jüngsten maßgeschneiderte Konzepte? Die Augsburger Mediziner jedenfalls nehmen die mögliche Gefahr von Covid-19-Langzeitfolgen für Kinder und Jugendliche sehr ernst.

Augsburger Kinderarzt: Covid-19 auch für Jüngere gefährlich

Klinik-Direktor Frühwald mahnt: Auch für Kinder sei Covid-19 keine harmlose Infektion. "Wir wissen immer noch viel zu wenig darüber, wie die Langzeitverläufe sind", sagt der Mediziner. Seine Schlussfolgerung: Man müsse auch bei Kindern Infektionen so gut wie möglich verhindern. Mit ersten Ergebnissen der Corona-Kinder-Studie "Augsburg Plus" rechnet die Uniklinik in einigen Monaten.

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