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Kinder lösen mit Lügengeschichte Polizei-Großeinsatz aus | BR24

© pa/Bildagentur-online

Symbolbild Mann mit Sturmhaube

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    Kinder lösen mit Lügengeschichte Polizei-Großeinsatz aus

    Aus Angst vor Ärger hat ein Geschwisterpaar aus Moosthenning (Lkr. Dingolfing-Landau) seinem Vater eine Lügengeschichte erzählt. Die Schilderung war aber so drastisch, dass am Ende ein Großeinsatz der Polizei ausgelöst wurde.

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    Ein Geschwisterpaar aus der Gemeinde Moosthenning (Lkr. Dingolfing-Landau) hat mit einer erfundenen Geschichte für einen großen Polizeieinsatz gesorgt. Der Vater der beiden Acht- und Zehnjährigen hatte am Montag bei der Polizei gemeldet, dass laut Schilderung der Kinder ein schwarzgekleideter Mann mit Sturmhaube auf dem Kopf in die Wohnung eingedrungen sei und den Jungen Kopf voran gegen das Glaselement der Wohnzimmertüre geschleudert hätte.

    Befragungen ergeben Zweifel

    Dadurch ging das Glas zu Bruch, der Grundschüler erlitt leichte Schnittwunden an Kopf und Brust. Bei der Befragung durch die Polizei bestätigten die Geschwister die Geschichte. Sofort wurde eine entsprechende Großfahndung ausgelöst. Bei einer genaueren Befragung der achtjährigen Schwester ergaben sich dann aber schon erste Ungereimtheiten, woraufhin der ältere Bruder im Kinderkrankenhaus zugab, dass die Geschichte erfunden sei. Er war beim Fangen-Spielen mit seiner Schwester durch das Glaselement gestolpert und hatte sich dabei verletzt. Aus Angst vor Ärger mit dem Vater hatten sich die beiden dann die Geschichte ausgedacht.

    Falschmeldung verbreitet sich schnell

    Das Gerücht über einen angeblich bewaffneten Irren, der einen 10-Jährigen angegriffen hat, hatte sich bis dahin laut Polizei aber schon in einigen Chat-Gruppen verbreitet. In der Nachbargemeinde Mengkofen war in diversen Gruppennachrichten dann sogar davon die Rede, dass ein bewaffneter Mann unterwegs sei, der schon ein Kind angegriffen hat. Auch von Schüssen war die Rede. Erneut mussten mehrere Streifen ausrücken, um die Lage vor Ort zu überprüfen und Entwarnung zu geben.

    Familie könnte Kosten des Einsatzes bezahlen müssen

    Wer die Kosten für den Polizeieinsatz trägt ist noch unklar. Da beide Kinder jünger als 14 Jahre sind, gelten sie als strafunmündig. Die Polizei könnte jetzt die Eltern belangen. Wie ein Polizeisprecher auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks mitteilt, muss das Präsidium die Entscheidung treffen. Es kann aber gut möglich sein, dass man in diesem Fall ein Auge zudrückt.