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Kinder beim Schulsport
© picture alliance / Robert Schlesinger

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Johanna Deckers
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Kinder beim Schulsport

Ein Grundschulkind sitzt im Schnitt neuneinhalb Stunden pro Tag, erklärt Sportwissenschaftler Stefan Voll von der Uni Bamberg. Das habe nicht nur physische, sondern auch psychische Folgen für die Kinder. Deshalb unterstützt Voll das Aktionsbündnis Schulsport.

Mehr und vor allem besserer Schulsport

Das Bündnis aus Sport- Eltern- und Lehrerverbänden hat mehrere Forderungen. Zum einen soll das Sportangebot an Ganztagsschulen erweitert werden. Auf drei Stunden Schulsport pro Woche ab der ersten Klasse und nicht wie bisher erst ab der zweiten.

Außerdem soll die Qualität des Sportunterrichts gesteigert werden - indem die Sportlehrer an Universitäten besser ausgebildet werden.

Flächendeckender Schwimmunterricht

Die Verbände setzen sich außerdem dafür ein, dass jedes Kind zum Ende der Grundschulzeit schwimmen kann. Dafür müsste aber erst einmal genug Schwimmunterricht stattfinden.

"Schwimmunterricht darf nur unter gar nicht vermeidbaren Fällen ausfallen. Wir müssen hier schauen, dass die Kommunen gestärkt werden, dass die Schulen auch mit Personal gestärkt werden, damit ein flächendeckender Schwimmunterricht gesichert ist." sagte Michael Weiß, Vorsitzender des Aktionsbündnisses.

Eine Idee, um dem ausfallenden Schwimmunterricht abseits der strukturellen Probleme entgegenzuwirken, hatte das Bündnis ebenfalls: Schwimmintensivwochen, in denen die Kinder eine oder zwei Wochen täglich ins Schwimmbad gehen und dort Schwimmen lernen. Das war bereits letztes Jahr in einem Pilotprojekt getestet worden.

Fällt der Sport immer als erstes aus?

Das Thema Unterrichtsausfall beschränkt sich aber nicht nur auf den Schwimmunterricht. Generell sei es wichtig, dass der Sportunterricht nicht nur auf dem Papier im Lehrplan stehe, sondern auch umgesetzt werde, so die Vorsitzende des Deutschen Sportlehrerverbandes in Bayern, Barbara Roth: "Unsere Mitglieder teilen uns mit, dass das erste, was ausfällt, immer der Sport ist. Und leider wissen noch bisher zu wenige Eltern, wie gut der Sport ist."

Daher will das Bündnis für Schulsport vor allem auch die Eltern mit ins Boot holen. Johanna Scharl vom Vorstand Landes-Elternverband Bayerischer Realschulen: "Ich denke, es ist wichtig, dass die Eltern die Schule nicht per se als Gegner oder Feind sehen, sondern auch die Bereitschaft zeigen, mit der Schule zusammen eine Lösung zu finden."

Viele Eltern würden sich bei den Schulen beschweren, wenn nicht etwa der Sport-, sondern der Mathe- oder Deutschunterricht ausfalle. Sie seien sich nicht bewusst, welche Auswirkungen zu wenig Bewegung auf die Kinder habe. Studien zeigten das sehr deutlich. Das Ergebnis von weniger Theorieunterricht, aber täglich Sport:

"Die Kinder sind durch weniger Mathe und mehr Sport besser in Mathe geworden. Dort hatten sie bis zu eine Note besser und waren zufriedener und entspannter.“ Barbara Roth, Vorsitzende des Deutschen Sportlehrerverbandes in Bayern