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Kind vorm Ertrinken gerettet: Treffen mit einem stillen Helden | BR24

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Lebensretter im Donaubad

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Kind vorm Ertrinken gerettet: Treffen mit einem stillen Helden

Diese Geschichte berührt: Am Montag liegt ein dreijähriger Bub auf dem Beckenboden des Neu-Ulmer Donaubads. Doch er wurde in letzter Minute gerettet. Reporterin Jenny Schack hat mit dem Mann gesprochen, der das Kind gerettet hat.

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Es ist kalt an diesem Montag. Außerdem sind Herbstferien und so beschließt Georg Leichtle mit seinen zwei Buben nach Neu-Ulm ins Donaubad zu fahren. Sie kaufen ein Ticket für vier Stunden, schwimmen, rutschen, drehen Runden im Außenbecken. Dann wird ist es langsam Zeit nach Hause zu fahren. Doch innerhalb weniger Sekunden hat Georg Leichtle vergessen, dass er seine großen Buben rufen und gehen will. Denn er sieht einen scheinbar leblosen Körper auf dem Beckengrund: "Dann funktionierst Du nur noch und springst rein!"

Wie ein nasser Sack

Auf dem Grund des etwa 120 cm tiefen Beckens liegt der Körper eines Dreijährigen. Georg Leichtles Welt verengt sich auf die wichtigsten Dinge: Zu den Stufen des Wasserbeckens rennen, ins Wasser hechten und den schwebenden Körper des Jungen in die Höhe reißen. Er trägt den Buben Richtung Bademeisterkabine: "Er war bewusstlos, leblos, wie ein nasser Sack." Eine Frau öffnet schnell die Tür. Nun kümmern sich das Schwimmmeister.

Der Versuch, zu verstehen

Jetzt steht Georg Leichtle daneben und muss die Situation so schnell gehen lassen, wie er die Initiative ergriffen hat. Jetzt kümmern sich andere. Der Bub wird ins Krankenhaus gebracht. Er ist schnell aufgewacht und ansprechbar. Die Polizei hat inzwischen mitgeteilt, dass es ihm gut geht. Der Held, der zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß, was aus dem Buben wird, und der jetzt nichts mehr zu tun hat, setzt sich ins flache Wasserbecken, streckt die Arme und Beine von sich - und schaut sich in Gedanken selbst zu, wie er einfach gehandelt hat. Versucht zu verstehen. "Ich musste einfach helfen, das war für mich eindeutig."

Geleitet vom Instinkt

Damit beschreibt Georg Leichtle etwas, was Menschen, die Leben retten, immer wieder sagen. Sie mussten es tun. Zufällige Helfer, die einfach handeln - ohne medizinische Ausbildung, instinktgeleitet, einfach so. Dieser innere Held, wenn man so will, kann in jedem von uns schlummern. Georg Leichtle ist so ein Mensch, der ohne Rücksicht auf den eigenen Nachteil, hilft - ohne viele Worte. Seine Frau Katrin weiß das natürlich. Auf der Rückfahrt von Neu-Ulm nach Wertingen sprechen Vater und Buben kaum - zu frisch ist das Erlebte. Zuhause aber bricht es aus den Kindern heraus: Papa hat heute ein Leben gerettet. Katrin Leichtle: "Ich bin schon stolz auf meinen Mann, wie schnell er die Situation erkannt hat. Wir haben selber Kinder. Wenn da was passieren würde, das wäre das Schlimmste."

Stolz auf den Papa

Dem Lebensretter ist das alles sogar ein bisschen unangenehm. Er hat ja einfach gehandelt. Als die Mutter des Buben am Tag nach der Rettung anruft und sich von Herzen bedankt, da freut er sich - natürlich. Doch auch so: Er würde es ja immer wieder machen. Wichtig war das auch für seine eigenen Söhne. Der elfjährige Markus hat den Papa beobachtet - und er ist stolz seinen Vater.