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Kind in Auto eingesperrt: Gaffer filmen Feuerwehr bei Pegnitz | BR24

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Bei einem Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Pegnitz haben bis zu 30 Gaffer die Rettungsaktion gefilmt. Kommandant Roland Zahn kritisiert die Schaulustigen und appelliert an die Vernunft.

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Kind in Auto eingesperrt: Gaffer filmen Feuerwehr bei Pegnitz

Auf dem Rastplatz Fränkische Schweiz bei Pegnitz hat die Feuerwehr ein Kind aus einem verschlossenen Auto befreien müssen. Die Rettungskräfte kritisieren, dass sie bei dem Einsatz von bis zu 30 Gaffern beobachtet und gefilmt worden seien.

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Die Feuerwehr hat auf dem Autobahn-Rastplatz Fränkische Schweiz Ost an der A9 bei Pegnitz ein Kind aus einem abgeschlossenen Auto befreit. Bis zu 30 Gaffer sollen dabei zugesehen und den Einsatz mit ihren Smartphones gefilmt haben. Der Vorfall im Landkreis Bayreuth soll sich bereits am Freitagabend gegen 18.30 Uhr ereignet haben. Zuerst hatte infranken.de darüber berichtet.

A9 bei Pegnitz: Vater lässt Kind und Autoschlüssel im Fahrzeug

Wie die Polizei auf BR-Nachfrage mitteilt, hatte ein Mann aus Polen an dem Rastplatz im Landkreis Bayreuth sein Auto verlassen und sowohl ein etwa fünf Jahre altes Mädchen als auch seinen Autoschlüssel darin zurückgelassen. Weil sich der Wagen daraufhin von selbst verriegelte, alarmierte er die Feuerwehr. Die Feuerwehrleute hätten das Fahrzeug innerhalb kurzer Zeit mit Spezialwerkzeug öffnen können, ohne es zu beschädigen, heißt es von der Polizei. Das Mädchen habe sich in keiner akuten Notlage befunden.

Bis zu 30 Gaffer am Rastplatz Fränkische Schweiz

Für Ärger hat der Vorfall dennoch gesorgt und zwar bei der Freiwilligen Feuerwehr Pegnitz. Die war gemeinsam mit Ehrenamtlichen der Feuerwehr Trockau und dem Technischen Hilfswerk vor Ort. Kommandant Roland Zahn kritisiert, dass Gaffer den Einsatz mit ihren Handys gefilmt hätten. Von 20 bis 30 Personen ist die Rede. Immerhin: Den Weg der Einsatzkräfte zu dem abgesperrten Auto hätten die Gaffer nicht blockiert. Angezeigt hätten die Feuerwehrleute die Gaffer trotz des Ärgers aber nicht, sagt Zahn. Das Blaulicht-Portal Bayern Reporter hat Bilder veröffentlicht, auf denen zwölf Menschen die Rettungsaktion beobachten und teilweise filmen.

Polizei: Daten der Gaffer nicht erfasst

Auch die Verkehrspolizei Bayreuth war vor Ort. Von dort heißt es auf Nachfrage des BR, dass man Daten von Gaffern vor Ort nicht erhoben habe, derart viele Gaffer aber auch nicht festgestellt worden seien. Man könne daher auch nicht gegen sie vorgehen. Aus dem Polizeipräsidium Oberfranken heißt es auf Nachfrage, dass Gaffen mit Geldstrafe oder Freiheitsentzug belangt werden könne.

Mai 2019: Polizist stellt Gaffer zur Rede

Im Mai vergangenen Jahres hatte ein Video des Verkehrspolizisten Stefan Pfeiffer eine landesweite Diskussion über Gaffer ausgelöst. Der Leiter der Verkehrspolizei Feucht hatte nach einem tödlichen Unfall auf der A6 zwischen Roth und dem Kreuz Nürnberg-Süd mehrere Gaffer zur Rede gestellt und mit der Leiche eines getöteten Lastwagenfahrers konfrontiert. Der Bayerische Rundfunk hatte daraufhin die Aktion "Gaffen geht gar nicht" ins Leben gerufen.

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