BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Kind und vermutlich ganze Familie mit Coronavirus infiziert | BR24

© BR

In Bayern hat sich ein Kind mit dem Corona-Virus infiziert. Der Vater des Kindes aus dem Landkreis Traunstein ist ein Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto. Dort war der erste Virus-Fall deutschlandweit erkannt worden.

21
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Kind und vermutlich ganze Familie mit Coronavirus infiziert

In Bayern ist das Coronavirus bei einem fünfjährigen Kind nachgewiesen worden. Sein Vater war schon am Donnerstag als infiziert registriert worden. Vermutlich ist die ganze Familie aus Siegsdorf erkrankt. Sie ist im Trostberger Klinikum isoliert.

21
Per Mail sharen
Teilen

Das Coronavirus ist erstmals in Deutschland bei einem Kind diagnostiziert worden. Es handelt sich um das älteste Kind (5 Jahre) von drei Kindern des Mannes, der bei Webasto arbeitet und der gestern als fünfter Fall bekannt geworden war. Unter den drei Kindern ist auch ein Säugling. Somit ist zum ersten Mal in Deutschland ein Familienmitglied eines schon Infizierten erkrankt. Er, seine Ehefrau und die drei Kinder befinden sich alle in Trostberg im Krankenhaus.

Gesundheitszustand der ganzen Familie stabil

Der Gesundheitszustand aller sei stabil, allerdings sei vermutlich die ganze Familie an dem Virus erkrankt, die Kinder zeigten mildere Symptome, erklärte Professor Thomas Glück, Chefarzt der Trostberger Klinik.

Der Medizinische Direktor der Kliniken Südostbayern Stefan Paech erklärte, alle drei Notaufnahmen der Klinikstandorte Ruhpolding, Traunstein und Trostberg seien gewappnet für weitere mögliche Fälle.

© BR

Der Leiter des Gesundheitsamts Traunstein, Dr. Wolfgang Krämer, gab heute bekannt, dass auch ein Kind mit dem Coronavirus infiziert ist. Es handelt sich um das älteste Kind des Erkrankten aus Siegsdorf.

Nun sechs bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern

Insgesamt gibt es im Freistaat aktuell sechs bestätigte Coronavirus-Fälle. Bis auf das Kind sind alle Mitarbeiter des oberbayerischen Autozulieferers Webasto. Dort war vergangene Woche eine infizierte Kollegin aus China zu Gast, die ihre Erkrankung erst auf dem Rückflug bemerkt hatte.

Kindergarten bleibt vorerst geöffnet

Im Moment werden enge Kontaktpersonen der betroffenen Familie aus dem Landkreis Traunstein ermittelt, erklärte am Freitagnachmittag der Leiter des Gesundheitsamts Traunstein, Wolfgang Krämer.

Der Kindergarten, in dem das infizierte Kind war, bleibt den Angaben zufolge zunächst geöffnet. Zunächst werde ermittelt, ab wann das Kind infektiös war. Man wisse, wann es das letzte Mal im Kindergarten war - und wenn sich das überschneidet, wolle man mit der Einrichtung und den Eltern reden, wie weiter vorgegangen wird.

Weitere Informationen folgen

Die Tests von weiteren Personen, die ebenfalls bei der Firma Webasto arbeiten, brachten bis zum Freitagmittag (12.00 Uhr) keinen weiteren positiven Befund, hieß es auf der Pressekonferenz in Traunstein. Weitere Einzelheiten will das bayerische Gesundheitsministerium im Laufe des Freitagabends mitteilen.

© BR

Professor Dr. Thomas Glück, Leiter Innere Medizin der Klinik Trostberg, hat sich zum Gesundheitszustand der erkrankten Familie aus Siegsdorf geäußert.

Gesundheitsamt Traunstein richtet Coronavirus-Hotline ein

Das Gesundheitsamt Traunstein hat mittlerweile eine Hotline geschaltet unter der Nummer 0861-58147. Dorthin können sich besorgte Bürgerinnen und Bürger wenden bei Fragen, Bedenken und bei Beschreibung möglicher Symptome zum Coronavirus. Erreichbar sind dort Mitarbeiter täglich von 8 bis 20 Uhr.

Firma Webasto beklagt Ausgrenzung von Mitarbeitern

Inzwischen beklagt die Firma Webasto, dass die Angst vor dem Coronavirus zur Ausgrenzung von Webasto-Mitarbeitern und deren Angehörigen führe.

"Uns erreichen vermehrt Meldungen von Mitarbeitern, die nicht zur Risikogruppe gehören, dass sie und ihre Familien von Institutionen, Firmen oder Geschäften abgewiesen werden, wenn bekannt wird, dass sie bei Webasto arbeiten. Wir verstehen, dass die aktuelle Situation Menschen verunsichert und auch ängstigt, aber das ist eine enorme Belastung für die Familien unserer Mitarbeiter." Webasto-Vorstandsvorsitzender Holger Engelmann

Einer Unternehmenssprecherin zufolge haben Mitarbeiter unter anderem davon berichtet, dass ihre Eltern oder Ehepartner von deren Arbeitgebern nach Hause geschickt worden seien. Kinder seien von Kindergärten nicht mehr angenommen worden. In einem Fall habe es zudem eine Autowerkstatt mit Verweis auf das Virus abgelehnt, das Auto eines Mitarbeiters zu reparieren.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!