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Kind aus Aufzug gerettet: Feuerwehr soll Schaden bezahlen | BR24

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Die Feuerwehr löscht nicht nur Brände, sie rettet auch Katzen von Bäumen oder hilft bei Verkehrsunfällen. In Donaustauf befreite sie neulich einen Buben aus einem Aufzugschacht. Der Dank dafür: Die Feuerwehr soll die Schäden am Aufzug bezahlen.

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Kind aus Aufzug gerettet: Feuerwehr soll Schaden bezahlen

Über 7.000 Euro Schadensersatz fordert ein Anwalt von der Freiwilligen Feuerwehr Donaustauf (Lkr. Regensburg). Sie hatte am 22. Juni einen eineinhalbjährigen Jungen aus einem Fahrstuhl befreit und den Aufzug dabei beschädigt.

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Eine Hausgemeinschaft in Donaustauf will 7.050,50 Euro Schadensersatz von der Freiwilligen Feuerwehr. Die Einsatzkräfte hatten ein Kleinkind aus einem Aufzug gerettet und die Tür dafür gewaltsam aufgebrochen. Die Hausgemeinschaft hält das Vorgehen für unnötig brachial und hat eine Regensburger Rechtsanwaltskanzlei eingeschaltet.

Aufzugstür hatte sich verklemmt

Am Mittag des 22. Juni dieses Jahres erreichte die Donaustaufer Feuerwehr ein Alarm: Ein kleiner Junge soll in einem Mehrfamilienhaus in einem Aufzug eingeschlossen sein. Kein Fehlalarm, wie sich herausstellte. Tatsächlich befand sich ein Eineinhalbjähriger im Aufzug und kam nicht wieder heraus - laut Feuerwehr offenbar, weil sich die innere Tür verklemmt hatte.

Bub über eine Stunde im Aufzug

Als die Einsatzkräfte eintrafen, schilderten ihnen die Eltern, dass der schreiende Junge schon eine Stunde eingesperrt sei. Der Hausmeister habe nicht helfen können, und wann der Notdienst käme, sei unklar. Daraufhin versuchten die Feuerwehrmänner, die Türe manuell zu öffnen. Als sie damit keinen Erfolg hatten, öffneten sie den Aufzug gewaltsam, um den Eineinhalbjährigen herauszuholen.

Post vom Anwalt

Für den kleinen Buben ging die Geschichte also gut aus. Für die Feuerwehr folgte in dieser Woche allerdings eine Fortsetzung - und zwar in Form eines Anwaltsschreibens. Knapp zwei Monate nach dem Vorfall bittet die Eigentümergemeinschaft für den entstandenen Schaden am Aufzug zur Kasse. Für die Reparatur und sonstige Kosten soll die Feuerwehr 7.050,50 Euro Schadensersatz leisten.

Kritik an "brachialem" Vorgehen

Als Begründung wird angeführt, dass die Feuerwehr nicht noch einmal den Hausmeisterservice oder den Aufzughersteller kontaktiert habe. Stattdessen, so der Vorwurf, sei brachial und nicht fachgerecht vorgegangen worden. Darüber hinaus werden Zweifel an der Qualifikation der Einsatzkräfte geäußert.

Verärgerung bei Feuerwehr und zweitem Bürgermeister

Bei der Freiwilligen Feuerwehr sorgt das Schreiben für Unverständnis: Kommandant Christopher Möck sagte dem Bayerischen Rundfunk, man habe 15 bis 20 Minuten versucht, die Aufzugstür zerstörungsfrei zu öffnen, um das schreiende Kleinkind zu befreien. Erst dann habe man sich entschieden, die Türe gewaltsam zu öffnen.

Und den zweiten Bürgermeister Wolfgang Weigert - selbst bei der Feuerwehr aktiv - ärgert der Vorwurf, man sei für die Aktion nicht qualifiziert genug gewesen. Überhaupt sei der Ton des Anwaltsschreibens "unterste Schublade". Dennoch sei der Fall nun Sache der Gemeindehaftpflichtversicherung.

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Über 7.000 Euro fordert ein Anwalt von der Freiwilligen Feuerwehr Donaustauf (Lkr. Regensburg). Sie hatte am 22. Juni einen eineinhalbjährigen Jungen aus einem Fahrstuhl befreit und den Aufzug dabei beschädigt.

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